OTS0197 5 II 0815 NEF0009 Mi, 18.Apr 2007
Medien / Private / Fernsehen / Radio / Finanzen / Technologie

Pressekonferenz des Verbandes Österreichischer Privatsender

Themen: - Medienförderung für private Radio- und TV-Anbieter - 9 Jahre Privatradio in Österreich - Grundsatzforderungen des VÖP

Wien (OTS) - Medienförderung für private Radio- und TV-Anbieter in Österreich

Digitalisierung: finanzielle und technologische Herausforderung für privaten Sektor

Die Weiterentwicklung des Rundfunkstandorts Österreich im Bereich der Digitalisierung und die weitere Stabilisierung der derzeitigen analog ausgestrahlten Programmangebote (Fernsehen auf DVB-T) stellen den privaten Rundfunksektor vor gewaltige finanzielle Herausforderungen.

Während der gebührenfinanzierte Mitbewerb durch simple Gebührenerhöhungen umfangreiche Programm- und Technologieentwicklungen finanziert, muss der private Sektor bei der Finanzierung von Innovationen zur Gänze auf den Werbemarkt zurückgreifen. Paradoxer Weise wird er in diesem Segment ebenfalls massiv vom ORF konkurrenziert.

Die Finanzierung der angesprochenen Maßnahmen, sowohl die Stabilisierung des analogen privaten Rundfunks (insbesondere in einer zu erwartenden längerfristigen Simulcast-Phase beim Einstieg in die Digitalisierung) als auch der Einstieg in die neuen digitalen Technologien bedarf daher einer umfangreichen Medienförderung für private Hörfunk- und Fernsehveranstalter.

Dazu liegt seit langer Zeit ein detaillierter Vorschlag der privaten Rundfunkveranstalter für einen "Förderungsfonds für private österreichische audiovisuelle Medien vor.

Ziel ist es, die österreichischen audiovisuellen Medien durch finanzielle Zuwendungen zu unterstützen, um die Vielfalt des Rundfunks zu fördern und das duale Rundfunksystem zu stärken.

Auch das Regierungsübereinkommen hält unter dem Titel "Private Rundfunkanbieter" fest, dass "ein duales Rundfunksystem, mit einem unverkennbaren öffentlich-rechtlichen Rundfunk einerseits und eigenständigen, wettbewerbsfähigen privaten Rundfunkunternehmen andererseits" einen "unverzichtbaren Bestandteil einer lebendigen Demokratie" darstellen.

Weiters ist im Regierungsübereinkommen im Kapitel "Medien und Telekommunikation" unter dem Untertitel "Medienförderung" festgehalten, dass "nach Maßgabe der budgetären Möglichkeiten eine Förderung für elektronische Medien zu prüfen" ist. Diese Förderung soll gleichermaßen "für kommerzielle und nicht kommerzielle private Anbieter bestimmt" sein.

Derzeit ist eine Evaluierung der Presseförderung durch die RTR-GmbH im Rahmen einer Konsultation im Gange und hat sich die Regulierungsbehörde für eine Ausweitung des Systems der Presseförderung auf den gesamten Bereich der privaten Medien/Rundfunkveranstalter ausgesprochen.

Finanzierung

Die Finanzierung könnte durch Mittel aus den Einnahmen aus den Rundfunkgebühren gemäß § 3 Abs 1 RGG (Bundesgesetz betreffend der Einhebung von Rundfunkgebühren (Rundfunkgebührengesetz - RGG) erfolgen, die derzeit dem Bundeshaushalt zufließen und nicht für Medien zweckgebunden verwendet werden. Diese Summe beläuft sich derzeit auf über 30 Mio. EURO. Die Zuteilung der Fördermittel an die Förderwerber könnte durch die RTR-GmbH erfolgen.

Inhalt und Aufteilung der Fördermittel

Die Mittel der Förderung für die audiovisuellen Medien könnte für folgende Förderkategorien verwendet werden: allgemeine Förderung (Basisförderung), Verbreitungsförderung, Contentförderung (Eigenproduktions- und Eigengestaltungsförderung) und besondere Förderung (Aus- und Weiterbildungsförderung und Telemetrieförderung).

9 Jahre Privatradio in Österreich

Was vor 9 Jahren mit der Lizenzierung einiger größerer Regional-und vielfältiger Lokalradiosender begann, hat sich in den letzten 9 Jahren zu einer privaten Rundfunkindustrie entwickelt.

Der private Radiosektor beschäftigt derzeit ca. 500 Mitarbeiter (TV- und Radio insgesamt ca. 1000 Mitarbeiter) und kommt auf Euro 80 Mio. Umsatz pro Jahr (Euro 230 Mio. inkl. TV) und ein breit gefächertes Programmangebot über alle Zielgruppen und Genres, das wesentlich zur Vielfalt des dualen Rundfunkstandorts Österreich beiträgt kennzeichnet diese Branche.

Der Vermarkter RMS Austria setzte im Jahr 2006 mit dem nationalen Angebot "RMS TOP Kombi" 34,8 Mio. Euro um (Umsatz laut Focus Media Research). 2003 waren dies noch 27,5 Mio. Euro. Damit stieg der Anteil am nationalen Werbemarkt (RMS TOP und Ö3) innerhalb von 3 Jahren von 22% auf 26 %.

Der Begriff Formatradio wird mittlerweile in vielfältigen Facetten gelebt:

Mehrere Angebot im jungen Segment, regional und national, Mainstream-Programme, formatfreie Programme "die spielen was sie wollen", regional verankerte Angebote und Angebote für die Zielgruppe 35+ (neuerlich differenzierbar in regionale/nationale sowie vom Musikangebot lokal verwurzelte Angebote)

Das ist die beeindruckende Aufbauarbeit von 10 Jahren leidenschaftlicher Rundfunkarbeit.

Umfangreichere, qualitativ hochwertige und deutlich schnellere Verkehrs- und Servicemeldungen als der öffentlich-rechtliche Sektor, qualitativ hochwertige Nachrichten mit einer breiten Streuung des regionalen Geschehens in den einzelnen Bezirken bis hin zur nationalen/internationalen Berichterstattung kennzeichnen die Content-Kompetenz der Sender.

Mitarbeiter mit profunder Ausbildung, die nicht nur von den Sendern sondern insbesondere auch vom Verein Privatsenderpraxis angeboten wird unterstreichen den verantwortungsvollen Zugang der Sender zu redaktionellen und qualitativen Themen.

Grundsatzforderungen des Verbandes Österreichischer Privatsender

Im Rahmen der (medien-)politischen Diskussion zur Stabilisierung und weiteren Ausgestaltung des dualen Rundfunks-Standorts Österreich fordert der Verband Österreichischer Privatsender die Berücksichtigung folgender Punkte:

1. zukunftsweisende Neugestaltung der Medienbehörde/RTR-GmbH/KommAustria 2. ORF-unabhängige Kommission innerhalb der Medienbehörde, welche die Entscheidung über Gebührenerhöhungen trifft 3. Überprüfung des Programmauftrags des ORF, Diskussion über allfällige Ausschreibung des Programmauftrages unter ORF und privaten Anbietern 4. keine Ausweitung der Spartenprogramme des ORF und Überprüfung der Inhalte auf Einhaltung der werberechtlichen Richtlinien 5. Zurücknahme der ORF-Anteile innerhalb der Sendertochter des ORF (ORS) bis hin zum vollständigen Ausstieg 6. Absolutes Verbot für weitere Ausdehnung der ORF-Werbung, weder national noch regional in den Programmen des ORF 7. Rückführung der Online-Aktivitäten des ORF auf rein programmbegleitende Inhalte, Verbot zur Ausdehnung in New-Media Bereich

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Rückfragen & Kontakt:

Verband Österreischischer Privatsender
Herrn Mag. Christian Stögmüller unter +43 732/7607-100 oder
Herrn Mag. Rene Tritscher unter +43 05 90900 - 3173

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