OTS0236 5 CI 0946 NBB0002 Fr, 13.Apr 2007
Verkehr / ÖBB / Bahn / Hauptbahnhof / Wien / Aufsichtsrat

ÖBB: Baubeschluss für neuen Hauptbahnhof Wien

Huber: UVP-Verfahren soll noch heuer starten

Wien (OTS) - "Mit dem heutigen Beschluss des Aufsichtsrates stehen die Signale für die Realisierung des neuen Hauptbahnhofes Wien endgültig auf grün", sagte Martin Huber, Sprecher des Vorstandes der ÖBB-Holding AG. Noch heuer soll mit dem UVP-Verfahren begonnen werden. Eine Teilinbetriebnahme des Hauptbahnhofes ist für 2012, die Fertigstellung für 2013 geplant. "Es geht um die Verwirklichung eines der wichtigsten ÖBB-Projekte der Zukunft. Mit diesem Projekt schaffen wir den entscheidenden Qualitätssprung für unsere Kunden - und ermöglichen zugleich die Entwicklung eines völlig neuen Stadtviertels", so der ÖBB-Chef.****

Drehscheibe für den internationalen und nationalen Personenreiseverkehr Derzeit befinden sich auf dem Gelände des heutigen Südbahnhofes zwei unmittelbar nebeneinander liegende, aber getrennt betriebene Kopfbahnhöfe, der Südbahnhof und der Ostbahnhof. Der neue Hauptbahnhof Wien wird neben dem Flughafen Wien bis 2013 zur wichtigsten Drehscheibe für den internationalen und nationalen Personenreiseverkehr. Aus zwei Kopfbahnhöfen wird ein zentraler Durchgangsbahnhof und damit ein neuer Knotenpunkt im transeuropäischen Schienenverkehr geschaffen. Erstmals werden dann die Züge aus Norden, Süden, Osten und Westen in Wien an einem Bahnhof verbunden. "Der Hauptbahnhof wird DIE Nah- und Fernverkehrsdrehscheibe Wiens sowie der umliegenden Region - auch über die Grenzen Österreichs hinaus - und wird damit einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, den Wirtschaftsstandort Wien und die überregionale Bedeutung der Bundeshauptstadt weiter zu stärken", beschreibt Gesamtprojektleiter Georg Gabler die Dimension des Projekts. Die Reisenden profitieren durch direkte und rasche Verbindungen, bequemes Umsteigen und kurze Wege zu den anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. Durch den Wegfall von Doppelgleisigkeiten, die heute durch das Bestehen von zwei Kopfbahnhöfen gegeben sind, werden eine flexible und leistungsfähige Betriebsführung und Einsparungen in der Erhaltung ermöglicht.

BahnhofsCity Neben einer großzügig dimensionierten neuen Bahnhofshalle wird erstmals auch eine völlig neue Dimension einer "BahnhofsCity" errichtet - und zwar bereits ab 2009. Unter den künftigen Gleisanlagen und in der Bahnhofshalle entstehen ein Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von 20.000 m2 sowie eine Garage mit einer Kapazität von mehr als 600 Stellplätzen. Damit wird ein breites Angebot an Handel, Dienstleistungen und Gastronomie in Ergänzung zum bestehenden Angebot im unmittelbaren Umfeld mit den Vorteilen der neuen Verkehrsdrehschreibe optimal miteinander verbunden.

Neuer moderner Stadtteil Auf dem großen Gelände zwischen Gürtel, Arsenalstraße, Gudrunstraße und Sonnwendgasse soll bis 2015 zudem ein neues Stadtviertel mit Büroflächen im Gesamtausmaß von rund 550.000 m2 und 5.000 neuen Wohneinheiten entstehen. Insgesamt werden freiwerdende Flächen von ca. 59 ha städtebaulich entwickelt. "Mit diesem gut durchdachten und mit der Stadt Wien, den angrenzenden Bezirken und der Bevölkerung eng abgestimmten Gesamtprojekt wird hier ein neues Stadtviertel entwickelt, das sich als neues Finanz- und Dienstleistungszentrum Wiens positionieren kann", berichtet Huber.

Der neue Hauptbahnhof Wien: Kunden am Zug Herzstück des neuen Stadtviertels ist der neue Hauptbahnhof Wien -eine Verkehrsstation mit fünf Doppelbahnsteigen und einer direkten Anbindung an U-Bahn und S-Bahn sowie zum neuen internationalen Busbahnhof. Die zulaufenden Streckengleise der Südbahn, der Pottendorferlinie, der Ostbahn sowie der Schnellbahnstammstrecke und der Schnellbahnlinie S 80 werden in diesem Bahnhof sinnvoll miteinander verknüpft. Die Tragwerke über die Laxenburgerstrasse, die Landgutgasse und die Triesterstrasse werden im Zuge der Baumaßnahmen in den nächsten Jahren erneuert. Zusätzlich werden Abstell- und Wendeanlagen, eine Verladestelle für "Auto im Reisezug" und Außenreinigungs- und Entsorgungsanlagen errichtet. Damit wird auch die gesamte Logistik, die für die effiziente Abwicklung des Bahnbetriebes notwendig ist, völlig neu geordnet.

Betriebsanlagen Matzleinsdorf Vor dem eigentlichen Baubeginn des Hauptbahnhofes werden in Form eines eigenständigen Projekts verschiedene betriebsnotwendige Serviceeinrichtungen verlegt und an einem zentralen Ort zusammengeführt. Am Standort Matzleinsdorferplatz werden u.a. Werkstätten für Personenwagen und Loks sowie die notwendigen Zu- und Nachlaufgleise konzentriert. Insgesamt errichten die ÖBB hier -abseits der direkten Wahrnehmung durch die Kunden der Bahn - eine moderne Infrastruktur für die betrieblichen Abläufe im Hintergrund.

Projekt Umbau Schnellbahnstation Südtiroler Platz Eine wesentliche Voraussetzung für die Anbindung des neuen Hauptbahnhofes ist der Umbau der Schnellbahnstation Südtiroler Platz, die aufgrund der gestiegenen Fahrgastzahlen an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen ist und bislang über keine barrierefreie Ausstattung verfügt hat. Dazu werden in einem gesonderten Projekt gemeinsam mit den Wiener Linien eine Verbindungspassage zwischen der U-Bahn- und S-Bahnstation Südtirolerplatz zum nördlichen Vorplatz des neuen Hauptbahnhofes, barrierefreie Aufgänge bzw. ein barrierefreier Zugang zu U-Bahnlinie U1, zur Straßenbahn Linie 18 und zur S-Bahn und die Verlängerung der S-Bahn-Bahnsteige auf 210 m errichtet. Nach der Fertigstellung dieses Projekts können die ÖBB mit dem Bau des Hauptbahnhofes beginnen.

Projektdaten Insgesamt wird auf dem Entwicklungsgebiet des heutigen Südbahnhofes und dem Frachtenbahnhof zwischen 2007 und 2015 ein Investitionsvolumen von mehr als zwei Mrd. EURO umgesetzt. Die Kosten der Bahninfrastruktur betragen unter Berücksichtigung der Inflation rund 880 Mio. Euro und werden sowohl über den Rahmenplan - dem Instrument zur Abwicklung der Infrastrukturinvestitionen der ÖBB -eingebracht, als auch über Kostenbeiträge der Gemeinde Wien, TEN-Förderungen und weiteren Eigenfinanzierungen der ÖBB. Ferner werden die Kosten der technischen Erschließung durch die Gemeinde Wien getragen, die mit über 100 Mio. Euro kalkuliert wurde. Der Rest soll durch private Investoren aufgebracht werden. Gespräche mit potenziellen Investoren laufen bereits auf Hochtouren.

Bürgerbeteiligung Im Zuge der Vorbereitung und Umsetzung dieses Großprojekts setzen die ÖBB auf eine intensive Einbindung der Bürger, die in unmittelbarer Umgebung des Entwicklungsgebietes leben. Im Juni und Juli 2006 sorgte eine Ausstellung über das geplante Projekt bereits für reges Interesse. Die Bevölkerung hatte dabei die Möglichkeit, Stellungnahmen zum Projekt abzugeben. Mit dem Projekt Hauptbahnhof Wien wird insbesondere auch die derzeitige Barrierewirkung der heutigen Schieneninfrastruktur deutlich reduziert und die Verbindung der Bezirke durch neue Straßen und Fußwege hergestellt. Während der Bauphase wird ein InfoCenter allen Interessierten offen stehen. Weiters wollen die ÖBB auch mit einer eigenen Homepage über das Projekt informieren.

S e r v i c e
Bilder vom neuen Hauptbahnhof finden Sie im Pressecorner der ÖBB unter www.oebb.at.

Rückfragen & Kontakt:

Nikolaus Käfer
Pressesprecher Hauptbahnhof Wien
ÖBB-Holding AG
Tel: +43 664 8417815
e-mail: nikolaus.kaefer@oebb.at

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