OTS0299 5 II 0212 PKU0001 Do, 22.Mär 2007
Pressestimmen / BZÖ / Kinder / Kriminalität / ÖVP / Politik

"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Zu einfache Antworten"

Das Spiel mit der Angst ist kein Mittel zur Bekämpfung von Kriminalität.

Wien (OTS) - Selbstverständlich - jeder, der einem Kind etwas antut, gehört streng bestraft, eingesperrt, muss mit allen Mitteln daran gehindert werden, so etwas wieder zu tun. Solche Aussagen kommen reflexartig, wenn es um Sexualdelikte geht. Wer selbst Kinder hat, wird dabei schnell radikal. Schließlich hat jede(r) Angst ums Kind.
Kein Wunder, dass die - gerechtfertigte - Debatte über Kriminalität und Strafrecht in Österreich genau mit diesem Angst-Thema geführt wird. Härtere Strafen für Sexualstraftäter, wie sie von ÖVP und BZÖ verlangt werden, das klingt immer gut. Bei der BZÖ-Forderung nach der Veröffentlichung der Wohnadressen von Kinderschändern oder einem Ansiedelungsverbot im Umkreis von Schulen und Kindergärten fragt man sich schon nach der Sinnhaftigkeit, aber was soll’s.
Dass viel mehr und kompliziertere Fragen offen sind, wird bei einer so vereinfachten Debatte leicht übersehen. Wie vermeidet man Straftaten? Wie bekämpft man die organisierte Kriminalität effektiv? Werden Vermögensdelikte zu streng, Gewaltdelikte zu mild bestraft? Wie verhindert man, dass Straftäter rückfällig werden? Was tut man gegen Gewalt in der Familie? - Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Auch wenn manche Politiker uns das einreden wollen.

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