OTS0201 5 WI 0835 MWA0002 CI Do, 01.Mär 2007
Arbeitsmarkt / Statistik / Februar-Werte

Bartenstein: Erstmals zweistelliges Minus bei Arbeitslosenzahlen

Arbeitslosigkeit sinkt um 11,2 Prozent, Beschäftigung steigt weiter

Wien (OTS/BMWA) - "Die Zahl der Arbeitslosen geht seit der Trendwende im April 2006 weiter steil bergab. Mit einem Minus von 11,2 Prozent ist der Rückgang der Zahl der Arbeitslosen erstmals zweistellig, es schaut sehr gut aus. Wir haben Vollbeschäftigung im Visier", erklärte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Staatssekretärin Christine Marek und AMS-Vorstand Herbert Buchinger zur Entwicklung am Arbeitsmarkt. "Angesichts der guten Wirtschaftsdaten kann man von einer weiteren positiven Entwicklung ausgehen. Österreich hat 2006 mit 3,2 Prozent Wachstum einen Rekordwert erreicht und in punkto Wohlstand sogar die Schweiz überholt. Er halte, so Bartenstein, auch für 2007 ein Wachstum von 3 Prozent für möglich.

Einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung leistet der anhaltenden Exportbooms, die Internationalisierungsoffensive hat sich eindeutig bewährt", so der Minister.

Nach vorläufiger Fortschreibung des AMS liege Österreich derzeit bei einer Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent. Das erklärte Ziel laute, bis 2010 eine Arbeitslosenquote unter 4 Prozent zu erreichen, was der Vollbeschäftigung entspreche.

Im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel zitierte Bartenstein den Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, der gemeint habe, Deutschland nähere sich "einer Situation, in der ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zum echten Bremsklotz für den Wirtschaftsaufschwung werden kann."

Österreich stehe vor einer ähnlichen Herausforderung, die Wirtschaftskammer und das AMS gehen von einem Fachkräftemangel von 50.000 bis zum Jahr 2009 aus. Aber auch in andere Länder wie Rumänien oder Ungarn sei Fachkräftemangel zu bemerken. Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte sei bereits in ganz Europa spürbar.

"Wir wollen und werden an allen Rädern drehen, um dem entgegenzuwirken", betonte Bartenstein. Primär gehe es dabei um die Forcierung der Lehre: "Der österreichische Lehrling von heute ist die Fachkraft von morgen". Es gehe aber auch um gezielte Qualifizierungsmaßnahmen über das AMS. Darüber hinaus müsse und werde aber auch möglich sein, so Bartenstein, maßvoll Leute zu uns nach Österreich einzuladen. In Zusammenhang mit dem Pilotprojekt, 800 Schweißer, Dreher und Fräser aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten nach Österreich zu holen, sei er zuversichtlich, dass das im Konsens zu machen sei.

Sowohl Minister Bartenstein als auch AMS Chef Buchinger betonten, dass in einzelnen Berufsgruppen wir Schweißer, Dreher oder Fräser Knappheit herrsche und dass mittelfristig ein Fachkräftemangel drohe, wenn nicht gegengesteuert werde. Buchinger verwies auf das Ziel des AMS, die Anzahl der AMS Kurse im Bereich metallverarbeitender Berufe bis Herbst 2007 zu verdoppeln. Darüber hinaus würde das AMS Fachkräfte im deutschsprachigen Ausland und wenn das nicht genüge etwa auch in Polen, Tschechien oder der Slowakei anwerben. Bartenstein verwies dabei auf rund 4.700 Fachkräfte aus den neuen Mitgliedsstaaten, die schon heute auf Basis eines Sozialpartnerkonsenses nach Österreich kommen.

Eckdaten zum Arbeitsmarkt

Im Februar ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen um 35.042 zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von 11,2 Prozent, der sich damit im Vergleich zu den vergangenen Monaten noch einmal beschleunigt hat. Die geschätzte Zahl der Beschäftigten ist im Februar um rund 64.600 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Damit gibt es insgesamt in Österreich geschätzt 3.252.200 unselbstständig Beschäftigte. Die Zahl der als offen gemeldeten Stellen ist um 30,4 Prozent (+7.934) auf 34.056 angestiegen.

Im Februar 2007 beträgt die Arbeitslosenquote nach Eurostat 4,4 Prozent, Österreich liegt damit im internationalen Vergleich EU-weit an fünftbester Stelle. Nach nationaler Berechnungsmethode liegt die Arbeitslosenquote bei 7,8 Prozent.

Von den 276.652 vorgemerkten Arbeitlosen haben 86.768 eine Einstellzusage und erwarten aktuell daher keine Vermittlung durch das AMS. Die Zahl der vermittlungsfähigen Arbeitslosen (Arbeitslose minus Einstellzusage) liegt daher unter 200.000 (189.884). Die Winterarbeitslosigkeit konnte damit unter 300.000 gehalten werden.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (d.h. Vormerkungen länger als ein Jahr) ist um -32,6 Prozent bzw. 3.160 zurückgegangen. Die Dauer der Arbeitslosigkeit beträgt durchschnittlich 92 Tage.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist breit und zieht sich durch alle Bereiche: Bei den Männern sind es minus 28.774, bei den Frauen minus 6.268. Inländer: minus 11,0 Prozent (-28.015), Ausländer: minus 12,1 Prozent (-7.072)

Jugendliche: Der Rückgang der Zahl der arbeitslosen Jugendlichen beträgt -9,9 Prozent

Während die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Menschen um 35.042 gesunken ist, ist die Zahl der Schulungsteilnehmer um 1.279 angestiegen.

Oberösterreich ist Spitzenreiter mit minus 20 Prozent

AMS- Vorstand Herbert Buchinger zeigte sich besonders erfreut über die regionale Entwicklung der Arbeitsmarktdaten. Mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit von 20 Prozent ist Oberösterreich absolut führend, aber auch die Ergebnisse der anderen Bundesländer sind durchwegs gut. Die enorme Entwicklung in Oberösterreich ist vor allem auf den Boom in der Industrie und der engagierten Arbeit des AMS zurückzuführen.

Zur Entwicklung in den einzelnen Branchen betonte Buchinger, dass hier besonders in der Baubranche - bedingt durch den milden Winter -ein überdurchschnittlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit , um 18,5 Prozent zu verzeichnen sei. Und trotz des milden Winters sei auch im Fremdenverkehr ein Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen.

Grafiken dazu stehen auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (www.bmwa.gv.at) in der Rubrik "Presse" im Anschluss an diesen Text zur Verfügung.

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