OTS0128 5 KI 0348 NES0002 Mi, 07.Feb 2007
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Wiener Staatsoper: Reimann-Uraufführung am 28. Februar 2010

Der Komponist im NEWS-Gespräch über Werk und Besetzung

Wien (OTS) - Aribert Reimann, einer der bedeutendsten lebenden Komponisten, schreibt im Auftrag der Wiener Staatsoper eine "Medea" -Oper. Vergangene Woche war Reimann in Wien, um Details der Besetzung festzulegen. Dazu führte er ein Interview mit der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe.

Uraufführungsdatum ist der 28. Februar 2010. Das Werk kommt als Koproduktion mit der Frankfurter Oper heraus.

Als Basis des Librettos, das er selbst erstellt, dient der dritte Teil von Grillparzers Argonauten-Sage. Reimann: "Es ist ein Gegenentwurf zu Euripides: Erstens hat der Mord hier eine ganz andere Motivation, nämlich die Entfremdung der Kinder, die von ihrer Ersatzmutter hingerissen sind, während Medeas Vereinsamung immer größer wird. Zweitens wird ihr in keiner anderen Version so grausam suggeriert, dass sie eine Fremde ist. Sie trägt ein Kopftuch, und Jason fordert sie auf, es abzulegen. Das erleben wir jeden Tag. Und der dritte Aspekt betrifft das geraubte Goldene Vlies, das "unrechte Gut." Wir haben das im vergangenen Jahrhundert ununterbrochen erlebt, und vieles, was damals geraubt wurde, ist immer noch unterwegs und wartet auf Restitution. Schon im ersten Akt stellte sich soviel Musik ein, und am Ende des zweiten Aktes dachte ich, mein Kopf platzt vor Musik."

Über den Regisseur und den Dirigenten steht man in Endgesprächen. Das Hauptpaar Medea und Jason wird laut Reimann von Marlis Petersen und Adrian Eröd verkörpert. Reimann: "Medea ist dramatischer Koloratursopran, eine Verwandte der Königin der Nacht, mit allen Facetten, die eine singende Frau haben kann. Jason ist Bariton, Kreusa ein hoher Mezzo, Kreon Charaktertenor und der Herold ein Countertenor.

Aktuelle Probleme der Gattung Oper sieht Reimann im mangelnden Wissen um Stimmbehandlung und mangelnder Differenzierung der Gestalten im musikdramatischen Sinn. "Wenn man nicht plausibel machen kann, weshalb die Menschen singen statt sprechen, hat man als Komponist ein Problem." Aber: "Die Oper wird sich verändern, aber sterben wird sie nie. Man sieht auch, dass die jungen Komponisten wieder zur Oper zurückfinden, die vor 20 Jahren fast verpönt war."

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