OTS0082 5 CI 0386 GLL0001 Fr, 13.Okt 2006
Umwelt / Atom / Belene / Bulgarien / GLOBAL 2000 / Atomkraft / EU

GLOBAL 2000: Neues Risiko-Atomkraftwerk in Bulgarien droht

Finanzierung ist Knackpunkt für Realisierung des Risiko-AKW Belene

Wien (OTS) - Gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen
protestiert GLOBAL 2000 heute in Wien im Rahmen einer Info-Veranstaltung gegen die Pläne der bulgarischen Regierung, ein Atomkraftwerk im bulgarischen Belene zu errichten. In 23 Ländern finden heute Proteste gegen das geplante AKW Belene statt. Die Erfahrungen mit dem bulgarischen AKW Kosloduje haben gezeigt, dass den Behörden die Vertuschung von Unfällen wichtiger ist, als die Öffentlichkeit rechtzeitig zu warnen. "Wir befürchten jetzt, dass mit dem geplanten AKW Belene eine weitere atomare Zeitbombe in einem Gebiet mit einem hohem Erdbebenrisiko gebaut wird", begründet Silva Herrmann, GLOBAL 2000-Anti-Atomsprecherin die Proteste. Auch Österreich ist potenziell gefährdet. Der vorgesehene Standort liegt näher an Österreich als der Katastrophenreaktor Tschernobyl. Ein schwerer Unfall könnte aufgrund der Luftströmungen Österreich stärker treffen als die Katastrophe von Tschernobyl.

Die Finanzierung des Projekts wird der Knackpunkt für die Realisierung des Risiko-AKW Belene sein. "Wir befürchten, dass die österreichische BA-CA bald in die Finanzierung dieses Risiko-Projekts involviert sein könnte, denn der BA-CA-Mutterkonzern Unicredit spielt bei der finanziellen Realisierung des AKW eine entscheidende Rolle", so Herrmann. GLOBAL 2000 appelliert an die Direktion der BA-CA, ihren Einfluss innerhalb der Unicredit geltend zu machen, um eine Finanzierung durch die Unicredit zu stoppen. Die UmweltschützerInnen werden in der kommenden Woche diesbezüglich mit VertreterInnen der BA-CA zu Gesprächen zusammen kommen.

Das AKW Belene soll ähnlich dem Typ Temelin mit zwei Blöcken zu je 1000 MW errichtet werden. Die ersten Angebote der Bau-Konsortien wurden von der bulgarischen Regierung im Juli 2006 abgelehnt, weil es zu teuer war. Jetzt wird an den Billigversionen gebastelt. "Es ist zu vermuten, dass auch an der Sicherheit gespart werden wird", so Herrmann. Bulgarien ist der größte Stromexporteur am Balkan und der viertgrößte Europas. Das AKW Belene wird errichtet, um diese Stellung zu erhalten, nachdem bis Ende 2006 insgesamt vier Hochrisiko-Reaktoren in Kosloduje abgeschaltet sein werden. Für den Eigenbedarf ist ein neues AKW nicht notwendig. Vielmehr ist Bulgarien das am wenigsten energieeffizente Land in Europa, es bestehen riesige Stromsparpotenziale. In Bulgarien ist die Entsorgung von Atommüll ebenso wenig gelöst wie in anderen Ländern, obwohl seit Jahrzehnten 42 Prozent des Stroms aus Reaktoren kommt.

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