OTS0053 5 CI 0390 GRP0001 WI Fr, 13.Okt 2006
Umwelt / Atom / Banken / UniCredit / HVB / BA-CA / Bulgarien

Greenpeace: UniCredit-Gruppe muss Finanzierung von Atomkraft beenden

Investitionen in Atomkraft widersprechen Nachhaltigkeitslinie der UniCredit

Wien/Sofia (OTS) - Besorgte Bürger und Organisationen in 23 Ländern nehmen den heutigen "Freitag, den 13." zum Anlass, gegen die Finanzierung des bulgarischen Atomkraftwerkes Belene durch die UniCredit-Gruppe zu protestieren. In Österreich richtet sich der Protest gegen die BA-CA, ein UniCredit-Tochterunternehmen. "Investitionen in Atomkraft widersprechen dem von der Bankengruppen selbst postulierten Nachhaltigkeits-Engagement. Bedenklich ist auch, dass das AKW in einer Region gebaut werden soll, die häufig von Erdbeben heimgesucht wird", kritisiert Jan Haverkamp, Greenpeace-Atomexperte. UniCredit ist in beide Bietergemeinschaften für Belene involviert. Zum einen über die deutsche Tochter Hypo Vereinsbank (HVB), zum anderen über die tschechische Zivnostenska Banka.

Die Pläne für das AKW Belene stammen noch aus der kommunistischen Ära, wurden jedoch 1992 aufgrund umwelttechnischer und finanzieller Bedenken ad acta gelegt. 2003 nahm die bulgarische Regierung das Projekt wieder auf, um als Stromexporteur auf dem Energiemarkt des südlichen Balkans mitzumischen.

Der projektierte Bauplatz für das Kraftwerk liegt in einer Erdbebenzone, nur 14 km entfernt kamen 1977 bei einem Erdbeben mehr als 200 Menschen ums Leben. Darüber hinaus gab es bei der Planung des Projektes offenbar Manipulationen, so dass sich fünf von ursprünglich sieben Bieterkonsortien bereits frühzeitig wieder aus dem Projekt zurückgezogen haben. Das Umweltverträglichkeitsverfahren ist seit nahezu eineinhalb Jahren bei Gericht anhängig.

Im März dieses Jahres kam es zu einem schweren Zwischenfall im bulgarischen Atomkraftwerk Kosloduj, der von den bulgarischen Behörden über zwei Monate lang geheim gehalten wurde - ein 1000MW-Block musste abgeschaltet werden. Eine der beiden zur Debatte stehenden Reaktorkonstruktionen würde in den UniCredit/HVB-Heimatländer Italien und Deutschland niemals die Bewilligung bekommen, ans Netz zu gehen. Die zweite in Frage kommende Konstruktionsvariante wurde bisher in Europa noch nirgendwo zugelassen.

Bevor HVB und Bank Austria von der italienischen UniCredit aufgekauft wurden, war aufgrund der Unternehmensgrundsätze beiden Banken ein Engagement in Atomkraft untersagt. Beide Banken haben auch die so genannten "Equator Principles" unterzeichnet, die zu nachhaltigem Verhalten verpflichten.

"Wir fordern die UniCredit Gruppe auf, ihre Versprechungen hinsichtlich Nachhaltigkeit einzulösen und in Bulgarien in erneuerbare Energien und Energieeffizienz anstatt Atomkraft zu investieren. Nur so kann Bulgarien sich einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung für die nächsten 50 Jahre und darüber hinaus erfreuen. UniCredit soll sein Engagement für das AKW Belene umgehend beenden", schließt Haverkamp.

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 0664-5308186
Jan Haverkamp, Greenpeace-Atomexperte, +42-603569243, jan.haverkamp@diala.greenpeace.org

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