OTS0099 5 CI 0501 OCZ0001 II Mo, 19.Jun 2006
Caritas / Flüchtlinge / Weltflüchtlingstag / Immigration / Asyl

Küberl zu Weltflüchtlingstag: "Verborgene Schätze heben"

Caritas: Selbst für hochkarätige Experten sei bei Hilfsarbeiterjobs Endstation

Wien (OTS) - "Anerkannte Flüchtlinge finden in Österreich keine Perspektiven vor", kritisiert Caritas-Präsident Franz Küberl angesichts des bevorstehenden UN-Weltflüchtlingstages am kommenden Dienstag (20. Juni). Selbst für hochkarätige Experten und Akademiker sei bei Hilfsarbeiterjobs in der Regel Endstation, so der Caritas-Präsident. "Und das ist noch der günstigste Fall. Dem Großteil der Flüchtlinge blüht eine Karriere als Sozialfall", prangert Küberl an und fordert: "Das muss verhindert werden!" Ebenso wie bei den ZuwanderInnen wäre es auch bei den anerkannten Flüchtlingen klug, wenn man nicht ständig übersehen würde, welches Kapital, welche Talente, welche Fähigkeiten Österreich für seine Zukunft hier hereinbekommt, so Küberl. "Hier gilt es, verborgene Schätze zu heben."

"Enorme Probleme" ortet Küberl auch bei den Asylverfahren. "Das neue Asyl- und Fremdenrecht hält nicht, was deren Erfinder versprochen haben. Im Gegenteil: Die Verfahren in der ersten Instanz dauern immer noch viel zu lange. Die Vorladung zum Erstinterview dauert derzeit bis zu zwölf Monaten. Es ist dringend notwendig, dass die Verfahren endlich qualitätsvoll beschleunigt werden."
Bei der Schubhaft führten die neuen Regelungen teils zu unmenschlichen Härten, kritisiert Küberl weiters. So würden nun deutlich mehr Menschen in Schubhaft genommen als vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes zu Jahresbeginn. "Sogar Folteropfer und Minderjährige landen nun verstärkt in Schubhaft, obwohl uns immer versprochen wurde, das genau dies nicht passieren werde. Traumatisierte und minderjährige Menschen haben in der Schubhaft nichts verloren", betont Küberl.

Klettertour mit Hindernissen

Mit einer Reihe von Aktionen rund um den Weltflüchtlingstag macht die Caritas auf die oft dramatische Situation der Betroffenen aufmerksam. Aber auch das gemeinsame Feiern soll nicht zu kurz kommen.

Die Tiroler Caritas veranstaltet am 23. Juni 2006 von 12.00 bis 18.00 Uhr am Innsbrucker Franziskaner Platz einen Informationsnachmittag zu den Themen, Flucht, Asyl und Integration. Gemeinsam mit der Flüchtlingsstelle der Caritas Tirol werden Institutionen und Organisationen wie AMS, BFI, Wirtschaftskammer, Sozialamt usw. über die alltäglichen Hürden im Bereich der Integration berichten und ihre aktuellen Maßnahmen präsentieren. Mittels einer Kletterwand soll auf sehr eindrückliche Form dargestellt werden, dass sich Flucht und Integration vielfach zu Klettertouren mit vielen Hindernissen entwickeln.
Die Caritas der Erzdiözese Wien wiederum lädt am 20.Juni zur "Flüchtlingsmeile". Eines ist den teilnehmenden KünstlerInnen aus aller Welt gemeinsam: Sie sind selbst Flüchtlinge und können von ihrem Schicksal berichten. Ab 21 Uhr finden in acht Lokalen in der Nähe der Wiener Stadtbahnbögen Auftritte von KünstlerInnen aus allen Teilen der Welt statt. Von der Band aus Bolivien über die Gospelsängerin aus Nigeria bis zur "Boygroup" aus Tibet reicht das abwechslungsreiche Programm.

Der Aktionstag der Caritas Eisenstadt am 20.Juni in der Fußgängerzone Eisenstadt (Höhe Wochenmarkt) besticht mit vielen Angeboten für Kinder, Schüler und Erwachsene: Gespräche mit Flüchtlingen und Caritas-Flüchtlingsbetreuern, Informationen zum Thema Flüchtlinge, Kinder-Spielecke, internationales Fingerfood, Leseecke, Länderquiz, Malen eines Transparents zum Thema Weltflüchtlingstag und viel mehr.
Die Caritas Vorarlberg hat den Weltflüchtlingstag bereits "vorgefeiert": Am vergangenen Samstag veranstaltete sie ein großes Fest.

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Caritas Österreich
Mag. Silke Ruprechtsberger
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