OTS0148 5 WI 0492 OCP0001 Fr, 31.Mär 2006
Wirtschaft / Sprit / Preise / ÖAMTC

ÖAMTC: Autofahrer wurden doppelt getäuscht - Nicht nur Benzin, auch Diesel teurer

Offiziell wurde nur Benzin teurer, an den Zapfsäulen schnellte aber auch der Dieselpreis in die Höhe

Wien (OTS) - "Während sich Konsumenten früher tatsächlich nach den 'Richtpreisen', die von den Mineralölfirmen angegeben wurden, richten konnten, scheinen heutzutage die Ankündigungen nur mehr Rechtfertigungen für Erhöhungen zu sein", kritisiert ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau. Anlass der Kritik: Am vergangenen Mittwoch, den 29.März, erhöhte die Mineralwirtschaft den Richtpreis für Benzin um zwei Cent pro Liter, der Dieselpreis blieb - angeblich - unverändert. "An den Zapfsäulen sieht die Sache aber ganz anders aus", sagt Brugger-Brandau.

Die Statistiken des ÖAMTC zeigen, dass das durchschnittliche Preisniveau (Mittelwerte aus allen der Datenbank gemeldeten Preise) deutlich gestiegen ist - und zwar für alle Sorten.

Autofahrer nicht für dumm verkaufen - die Expertin rechnet vor:

Vergleicht man das letzte Wochenende vor der Preiserhöhung mit dem aktuellen Preisniveau, zeigt sich folgende durchschnittliche Erhöhung: "Superbenzin ist von 1,066 auf 1,103 Euro gestiegen, was einem Anstieg von plus 3,7 Cent pro Liter entspricht. Der angeblich nicht teurer gewordene Diesel ist von 0,988 auf 1,020, also um plus 3,2 Cent pro Liter gestiegen", so die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin. "Die Konsumenten wurde also doppelt getäuscht." Einerseits wurden die Benzinpreise um wesentlich mehr als zwei Cent pro Liter erhöht, andererseits war auch die Sorte Diesel beinahe in gleicher Höhe betroffen, obwohl Diesel angeblich von der Preiserhöhung ausgenommen war.

EU-Preisvergleich - Österreich gehört beim Benzin zu den teuersten Ländern

Im aktuellen EU-Preisvergleich ist ein Liter Superbenzin netto (vor Steuern) um 0,8 Cent teurer als im EU-Durchschnitt. "Dabei ist die Erhöhung von Mittwoch aber noch nicht berücksichtigt. Rechnet man die de-facto-Erhöhung von 3,7 Cent dazu, gehört Österreich zu den mit Abstand teuersten Ländern Europas", erklärt Brugger-Brandau.

Beim Dieselpreisvergleich steht der österreichische Nettopreis vergleichsweise gut da. Grund dafür ist, dass seit der Beimischung von Biodiesel im Oktober 2005 im EU-Vergleich nach wie vor der höhere der beiden theoretisch möglichen Steuersätze angeführt wird, während tatsächlich praktisch ausschließlich Produkte mit dem niedrigeren Steuersatz verkauft werden. "Das bedeutet, dass der verbleibende Produktpreis - wenn man vom Zapfsäulenpreis die Steuer abgezogen hat - am Papier billiger aussieht als er tatsächlich ist", weiß die ÖAMTC-Expertin.

"Schluss mit diesem 'Steuertrick'", forderte der ÖAMTC in der Vergangenheit immer wieder. Die österreichischen Nettopreise sollen auf EU-Niveau gesenkt werden." ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Brugger-Brandau verlangt, dass der tatsächlich angewendete Steuersatz für den EU-Preisvergleich gemeldet wird. Nur so kann die Preistransparenz für Verbraucher erhöht werden.

Der ÖAMTC hilft beim Sparen - 15 Cent pro Liter sind durch Vergleiche möglich

* "Spritpreis-Service": Mit einem Klick sind unter www.oeamtc.at/sprit die günstigsten Tankmöglichkeiten abrufbar. Österreichweit sind 1.600 Tankstellen gelistet. Preisabfragen sind nach Kraftstoffsorte, Bundesland oder Ort sortiert möglich. Wer über keinen Internetzugang verfügt, erhält alle Daten (zum Ortstarif aus ganz Österreich) unter der ÖAMTC-Hotline 0810 120 120.

* "Tankbonus": ÖAMTC-Mitglieder tanken österreichweit mit ihrer Clubkarte mit Kreditkartenfunktion an Avanti-Tankstellen um 3 Cent pro Liter Sprit günstiger. Nähere Infos auch unter www.oeamtc.at/tankbonus.

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