OTS0135 5 WI 0523 AMN0001 CI Fr, 02.Dez 2005
Arbeitsmarkt / Niederösterreich

AMS NÖ-Vize Karl Fakler: "Stark wachsendes Arbeitskräfteangebot führt zu weiterem Anstieg der Arbeitslosigkeit in NÖ"

Wien (OTS) - Wien (OTS) Ende November 2005 waren beim AMS NÖ insgesamt 40.718 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 3.746 (od. 10,1%) mehr als im Vormonat und um 2.429 (od. 6,3%) mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft die Frauen stärker (+ 1.353 od. + 7,8%) als die Männer (+ 1.076 od. + 5,2%), wobei bei den Männern zusätzlich auch der frühe Wintereinbruch dafür verantwortlich war.
Wie auch in den meisten anderen Bundesländern geht die Arbeitslosigkeit trotz eines Beschäftigungszuwachses in Niederösterreich nicht zurück. "Der Grund dafür ist die anhaltend starke Ausweitung des Arbeitskräfteangebotes (+ 1,7%), sowohl bei den Männern (+ 1,5%) als auch bei den Frauen (+ 1,9%)", analysiert AMS NÖ-Vize Karl Fakler die derzeitige Entwicklung am Arbeitsmarkt. "Dabei gehen rund 25 % des Anstieges im Arbeitskräfteangebot auf die Erhöhung des Angebotes ausländischer Arbeitskräfte zurück, die restlichen 75% auf die Erhöhung des Arbeitskräfteangebotes von InländerInnen. Mit ein Grund für den Anstieg der Beschäftigung ist die Ausweitung der Teilzeit-Dienstverhältnisse", so Karl. Fakler. Österreichweit stieg die Arbeitslosigkeit zum Monatsende im Vergleich zum Jahr davor um 10.544 (od. 4,3%) auf insgesamt 257.270. Den relativ größten Anstieg aller Bundesländer verzeichnete die Steiermark (+6,9%), gefolgt von NÖ (+6,3%), Kärnten (+6,0%) und Oberösterreich (+5,9%).
Ende November 2005 befinden sich in NÖ insgesamt 8.714 Personen in Schulung (sie werden nicht als arbeitslos gezählt), um +989 od. +12,8% mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres.

AMS NÖ - Arbeitsmarktprognose 2006: Trotz Ausweitung der Schulungsmaßnahmen weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet Nach der wirtschaftlichen Belebung im Laufe des Jahres 2004 hat die Wirtschaft wieder deutlich an Schwung verloren. Sowohl im laufenden Jahr 2005 wie auch im nächsten Jahr wird das BIP-Wachstum mit 1,7% bzw. 1,9% unter dem langjährigen Schnitt liegen. Die hohen Energiepreise beeinträchtigen die verfügbaren Realeinkommen der privaten Haushalte und erhöhen die Produktionskosten der Unternehmen. Das dämpft auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und damit die Produktivitätsentwicklung.

"Die Gesamtbeschäftigung wird sich 2005 in NÖ um +6.800 (od. +1,3%) auf durchschnittlich 534.000 erhöhen. Die Arbeitslosigkeit wird ein Niveau von ca. 42.600 Vorgemerkten erreichen, das entspricht einer Steigerung von +2.100 (od. +5,2%). Die Arbeitslosenquote für NÖ beträgt demnach 7,3%, um +0,2%-Punkte über dem Wert des Jahres 2004", schätzt Karl Fakler die Eckdaten des heurigen Arbeitsmarktjahres ein.

Trotz des zu erwartenden geringeren wirtschaftlichen Wachstums 2006 (1,9%), gehen Prognosen von einer Ausweitung der Beschäftigung von ca. +6.000 (+ 1,1%) auf 540.000 in NÖ aus. Es wird jedoch nur ein Teil (ca. ein Viertel) dieser Beschäftigungsausweitung wirklich konjunkturinduziert sein. Der Rest wird auf Arbeitszeiteffekte (Teilzeitbeschäftigung) und auf Altersteilzeiteffekte zurückzuführen sein.

"Das markante Angebotswachstum wird auch weiter - zumindest für die nächsten 1,5 Jahre - die treibende Kraft der Arbeitsmarktentwicklung sein. Dies führt dazu, dass die Zahl der Arbeitslosen 2006 um ca. 3.000 zunehmen wird. Für 2.000 davon wird das AMS im Rahmen des Regierungsprogramms zusätzliche Schulungen bereitstellen. Ungefähr 43.600 vorgemerkte Arbeitslose würden die Arbeitslosenquote (bei den erwähnten 540.000 Beschäftigten) 2006 in NÖ um 0,1%-Punkt auf 7,4% erhöhen", prognostiziert Karl Fakler die Entwicklung für das nächste Jahr.

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