OTS0246 5 II 0395 KAP0001 Fr, 11.Nov 2005
Religion / Schönborn / Islam / Wien / Wahlkampf / Grüne / Klarstellung

"Kardinalszitate kommen so nicht vor"

Klarstellung von Schönborn-Sprecher Leitenberger

Wien (KAP) - "Hier werden Kardinal Schönborn Zitate in den Mund gelegt, die in der ersten Sendung der neuen TV-Reihe 'Vordenker, Nachdenker' nicht vorkommen." Dies erklärt der Pressesprecher von Kardinal Christoph Schönborn am Freitagabend im Hinblick auf die APA-Meldung "APA0464".

Die erste Sendung der neuen TV-Reihe wird am Sonntag, 13. November, ausgestrahlt. Die Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Wien dokumentiert im Folgenden, den Wortlaut der Passagen über das Verhältnis von Christentum und Islam, sowie über den Wiener Wahlkampf:

Die Zitate im Wortlaut

Kardinal Schönborn: "Die Reaktionen darauf, dass eine Kandidatin für ein politisches Amt einmal daran erinnert, dass es nicht normal ist, dass fast die Hälfte der Kinder in Österreich nicht zum Leben kommen dürfen, dass das nicht normal ist. Wenn das nicht mehr gesagt werden kann in einem Land, dann muss ich mich fragen: Wo sind wir hingekommen? Was ist das für eine demokratische Kultur, wenn jemand die Stimme erhebt für einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung, der halt noch nicht das Glück hat, ans Tageslicht gekommen zu sein, aber die schon warten. Und die in unserem österreichischen Recht sogar erbschaftsberechtigt sind. Der Ungeborene, der Embryo ist erbschaftsberechtigt, aber er ist nicht lebensberechtigt."

Kardinal Schönborn: "Der Islam ist, als Religion die nach dem Judentum, nach dem Christentum entstanden ist, eine Religion die uns in Europa ganz neu konfrontiert mit der religiösen Frage und noch einmal die ganze These der Säkularisierung und dem Verschwinden der Religionen überholt hat. Die religiöse Frage steht wieder ganz neu da. Und sie steht für uns Christen da, denn der Islam, viele Muslime betrachten Europa und das Christentum in Europa als dekadent, als schwach, als zukunftslos, und das ist schon eine spannende Herausforderung. Jetzt ist die Frage die manche besorgt stellen: Kann man überhaupt mit solchen Religionen leben in einer freien Gesellschaft? Sind die nicht von innen heraus intolerant? Haben die nicht sozusagen ein kriegerisches Element in sich? Da stellt sich dann die Frage: Wie sieht die Verbreitung dieser Religion aus nach den inneren Ansprüchen, die der Gründer auf den Weg mitgegeben hat. Ich wage da nicht für den Islam zu sprechen, das müssen Islamexperten oder gläubige Muslime beantworten. Vom Christentum kann ich mit Sicherheit sagen, dass Jesus nicht eine gewaltsame Verbreitung seiner Religion gewollt hat."

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