OTS0045 5 II 0398 PWK0002 WI Di, 05.Jul 2005
Außenpolitik / WKÖ / Saudi-Arabien / Jugendarbeitslosigkeit

WKÖ unterstützt Saudi-Arabien im Kampf gegen hohe Jugendarbeitslosigkeit

Leitl: Berufsorientierungs- und Beschäftigungszentren mit österreichischen Know-how geplant - Kooperation zwischen WKÖ/WIFI und HRDF in Riyadh unterzeichnet

Wien (PWK524) - Die Wirtschaftskammer Österreich und der Human Resource Development Fund (HRDF) haben in Anwesenheit des saudi-arabischen Arbeitsministers Ghazi bin Abdulrahman Al Gosaibi in der Hauptstadt Riyadh ein Memorandum of Understanding zur Errichtung von Berufsorientierungs- und Beschäftigungszentren in Saudi-Arabien unterzeichnet. "Damit wollen wir Saudi-Arabien bei der Bekämpfung ihrer hohen Jugendarbeitslosigkeit unterstützen und Österreichs exzellentes Know-how auf diesem Gebiet einfließen lassen", beschreibt WKÖ-Präsident Christoph Leitl die Zielrichtung des Projekts.

Die Unterzeichnung über die geplante Errichtung von vorerst drei Vocational Orientation und Employment Service Centers in den Städten Riyadh, Jeddah und Dammam durch WKÖ/WIFI erfolgte durch WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz und den Generaldirektor des HRDF, Mohammed Al-Sahlawi.

"Unser Angebot sieht in der ersten Phase im Grunde eine Übertragung des österreichischen Berufsinformationssystems der Wirtschaft (BIWI) auf saudi-arabische Verhältnisse vor", erklärt Leitl. Mit dem Berufsinformationscomputer werden jeden Tag zwei bis drei Schulklassen von 14-Jährigen auf ihre Neigungen und Talente hin überprüft und ihnen aufgrund der Ergebnisse ein Bündel an Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten angeboten. Gleichzeitig soll ein computerunterstütztes Datenbank-System ähnlich der österreichischen Lehrstellenbörse eingerichtet werden, durch das die Schüler im Idealfall gleich die passenden Ausbildungsstätten finden können.

Das Projekt, mit dem die saudi-arabischen Jugendlichen einer sinnstiftender Beschäftigung zugeführt werden sollen, ist auf höchster Ebene (saudische Ministerrat) abgesegnet worden. Der Kampf der hohen Jugendarbeitslosigkeit - 60 Prozent des Saudis sind jünger als 20 Jahre - und des extrem hohen Anteils von ausländischen Arbeitskräften wird hohe Priorität eingeräumt. Auch wenn der HRDF über hohe Geldmittel verfügt, waren die Maßnahmen bislang nur von geringem Erfolg begleitet.

"Man setzt nun auf die Wirtschaftskammer und das WIFI IKT (Internationaler Know-how Transfer), um eine praxisorientierte und gut funktionierende Komplettlösung zu erhalten", führt Leitl weiter aus. Der Kostenrahmen für die erste Projektphase beträgt rund 1,5 Mio Euro, der Umsetzungsrahmen sieht 12 Monate vor. Eine Ausdehnung des Systems auf alle Provinzen des Königreichs ist vorgesehen und bei zufrieden stellenden Ergebnissen sind auch Folgeaufträge in Richtung lebensbegleitendes Lernen sowie Implementierung des dualen Ausbildungssystems zu erwarten. "Denn das erfolgreiche duale Ausbildungssystem in Österreich ist wesentlich dafür verantwortlich, dass unsere Jugendarbeitslosenquote nur rund halb so hoch liegt wie im europäischen Durchschnitt", betont der WKÖ-Präsident abschließend. (Ne)

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