OTS0104 5 WI 0383 AKN0003 II Mi, 01.Jun 2005
Arbeitsmarkt / Pendler / Niederösterreich / AKNÖ

AKNÖ-Staudinger: Rekordarbeitslosigkeit zwingt Niederösterreicher zum Auspendeln

Zahl der Einpendler aus anderen Bundesländern geht stark zurück

Wien (AKNÖ) - Die anhaltend hohe Rekordarbeitslosigkeit in Niederösterreich schlägt sich deutlich in den Pendlerzahlen nieder:
Während in nur 4 Jahren 6.000 Niederösterreicher zusätzlich in anderen Bundesländern Arbeit gefunden haben, ging die Zahl der Einpendler um 11.000 zurück. AKNÖ-Präsident Josef Staudinger: "Die anderen Bundesländer entlasten den niederösterreichischen Arbeitsmarkt beträchtlich." Immer mehr ArbeitnehmerInnen müssen ihrer Arbeit nachfahren. "Und sie tun es auch, die so oft geforderte Mobilität ist für die niederösterreichischen Arbeitnehmer längst selbstverständlich geworden", so der AKNÖ-Präsident.

Das Arbeitsplatzangebot in Niederösterreich hat seit dem Jahr 2000 an Attraktivität verloren: Die Rückgänge sind teilweise beträchtlich, so kommen aus Oberösterreich um 6.000 weniger Arbeitnehmer (Vergleich jeweils 2004 zu 2000), aus Salzburg 2.000 weniger, aus der Steiermark 2.000 weniger und aus Kärnten 200 weniger. Unverändert sind die Einpendlerzahlen aus Wien und aus dem Burgenland. Insgesamt pendeln aus den Bundesländern 69.852 Arbeitnehmer nach Niederösterreich (2000: 80.985).
Umgekehrt stieg die Zahl der Auspendler in das Burgenland um 600, nach Oberösterreich um 3.000, in die Steiermark um 700, nach Kärnten um 250 und nach Wien um weitere 1.000 auf 124.743. Insgesamt haben 148.015 Niederösterreicher ihren Arbeitsplatz in einem anderen Bundesland. Vor vier Jahren waren es noch 142.459.

Mehr Österreicher in Deutschland als Deutsche in Österreich

Nicht nur der regionale Arbeitsmarkt wird durch das Auspendeln entlastet, auch der österreichische Arbeitsmarkt profitiert von der Mobilität der Österreicher. Die Behauptung von Arbeitsminister Bartenstein, wonach der Zustrom an Beschäftigten aus Deutschland Schuld an der steigenden Arbeitslosigkeit sei, stimmt nach Ansicht der AKNÖ nicht.
In Deutschland arbeiten wesentlich mehr ÖsterreicherInnen als umgekehrt. 42.878 Deutschen in Österreich (2.300 weniger als im Februar) stehen knapp 58.000 ÖsterreicherInnen in Deutschland gegenüber. Und das, obwohl das Arbeitsmarktservice in den neuen Bundesländern des ehemaligen Ostens gezielt ArbeitnehmerInnen für die österreichische Tourismuswirtschaft anwirbt.
"Das darf nicht wundern. Schließlich sind die Löhne und Gehälter in Deutschland deutlich höher - inklusive der von Österreichs Wirtschaftstreibenden viel beklagten Lohnnebenkosten sind die Arbeitskosten in der Sachgütererzeugung in Deutschland um 5,5 Euro pro Stunde oder 26 % höher als in Österreich", so AKNÖ-Arbeitsmarktexperte Marc Pointecker.
Mehr als doppelt so viele arbeitslose ÖsterreicherInnen beziehen in Deutschland Arbeitslosengeld als umgekehrt: 8.353 ÖsterreicherInnen sind in Deutschland, 3.604 Deutsche sind in Österreich arbeitslos gemeldet.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1252
presse@aknoe.at
http://noe.arbeiterkammer.at

***OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS***

OTS0104 2005-06-01/11:17