OTS0284 5 II 0474 DS10009 Fr, 29.Apr 2005
Kommunales / Wien-Klub / Gudenus

SP-Oxonitsch an Gudenus: "Verlassen Sie den Bundesrat und fahren Sie nach Mauthausen!"

Wien (SPW-K) - "Bundesrat John Gudenus fügt durch seine
beharrliche und öffentliche Leugnung der Gaskammern in Nazi-Deutschland dem Bundesrat, dem Parlament, aber auch dem Land Wien, das ihn dorthin entsandt hat, schweren Schaden zu. Namens der sozialdemokratischen Fraktion des Wiener Landtages fordere ich John Gudenus auf, unverzüglich sein Amt als Bundesrat zurückzulegen", sagte heute der Vorsitzende des SP-Rathausklubs, Christian Oxonitsch, in seinem Statement zum gemeinsamen Resolutionsantrag aller Parteien im Wiener Landtag, in dem Bundesrat John Gudenus zum Rücktritt aufgefordert wird.

Österreich gedenke in diesen Tagen der Ereignisse vor 60 Jahren:
der Befreiung Österreichs von der Nazi-Diktatur, dem Ende des Krieges und der Entstehung der 2. Republik. "Die bewegenden Bilder davon konnten wir in den vergangenen Wochen vielfach im Fernsehen sehen", so Oxonitsch. "Niemand zweifelt an der Echtheit dieser Bilder und dieser Ereignisse." Aus dieser Zeit gebe es aber auch Bilder zu sehen, die betroffen machten: "Die Bilder getöteter Soldaten und Widerstandskämpfer. Die Bilder der zahlreichen Konzentrationslager mit Bergen von Leichen und bis auf die Skelette abgemagerter Menschen. Auch an der Echtheit dieser Bilder und dieser Ereignisse zweifelt niemand."

Sechs Millionen Menschen seien in den Vernichtungslagern der Nazis gequält, gefoltert, grausamst umgebracht worden. "Dennoch gibt es einige wenige Unbelehrbare, die diese Tatsachen bis heute leugnen, verharmlosen, nicht wahrhaben wollen, das Bild dieser dunklen, braunen Vergangenheit schönfärben wollen", so Oxonitsch. "Solche Menschen sind zum Glück eine verschwindende Minderheit in unserem Land und sie finden auch immer weniger Beachtung. Allerdings werden solche Einstellungen zu einem Problem für unser Land, wenn sie von Personen in hohen Ämtern des Staates geäußert werden."

John Gudenus habe sich durch sein Verhalten nicht der Verantwortung als würdig erwiesen, die mit der Funktion eines Bundesrates verbunden ist. "Namens der unzähligen Opfer des Nationalsozialismus fordere ich ihn auf: Machen Sie das Amt frei für einen Vertreter des Landes Wien, der oder die unzweifelhaft auf der Seite von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten steht und die Verbrechen des Nazi-Regimes wie wir alle verurteilt!"

"Herr Gudenus, verlassen Sie den Bundesrat und fahren Sie nach Mauthausen!" fordert Oxonitsch. "Dort findet am 8. Mai die alljährliche Gedenkfeier an die Befreiung des Konzentrationslagers vor nunmehr 60 Jahren statt. In Mauthausen wurden zwischen 1938 und 1945 etwa 100.000 Menschen getötet. Gestern vor 60 Jahren wurden dort die letzten 34 Österreicher, 5 Polen und 1 Kroate vergast. Heute vor 60 Jahren versuchte die SS in aller Eile die technischen Einrichtungen zu demontieren, um dieses Verbrechen zu vertuschen!"

"In Mauthausen, Herr Gudenus, werden Sie mehr Klarheit finden, als ein normaler Mensch eigentlich ertragen kann, um mit den Worten unseren Bundespräsidenten zu sprechen. Dann wird es Ihnen vielleicht leid tun, dass Sie bislang Millionen Opfer des Nationalsozialismus und deren Angehörige verhöhnt und verletzt haben!" so Oxonitsch abschließend. (Schluss)

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