OTS0112 5 CI 0347 GRP0001 AI Mo, 21.Mär 2005
Klima / Schüssel / EU-Gipfel

Greenpeace: Schüssel ist österreichischer G. W. Bush der EU- Klimaschutzpolitik

EU-Klimaschutzposition könnte wegen österreichischer Haltung scheitern

Wien/Brüssel. (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace verurteilt die Position von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, nach der dieser auf dem morgigen EU-Gipfel nicht für konkreten Zahlen zur Reduktion der Treibhausgase für die Zeit nach 2010 eintreten will. Schüssel wolle vorher weitere wissenschaftliche Untersuchungen und eine konkrete Umsetzungsstrategie, bevor er für konkrete Reduktionsziele eintritt, wie der Bundeskanzler auf der heutigen Pressekonferenz sagte. Der EU-Umweltministerrat hat bis 2020 15 bis 30 Prozent und bis 2050 80 Prozent Reduktion der klimaschädlichen Gase gefordert. "Schüssel will offenbar noch weitere Jahre warten und lieber Hunderttausende Tote durch den Klimawandel in Kauf nehmen als sich für eine verbindliche Klimaschutzposition der EU einzusetzen", verurteilt Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer den Bundeskanzler.

Österreich hat seine Treibhausgasemissionen seit 1990 um 15 Prozent gesteigert, obwohl es völkerrechtlich verbindlich um 13 Prozent bis 2010 zu reduzieren hat. Die USA haben im selben Zeitraum den Ausstoß um fast ebendiese Menge erhöht, trotz einer völkerrechtlichen Verpflichtung aus der Klimakommission bis zum Jahr 2000 den Ausstoß von Treibhausgasen zu stabilisieren. Die weitergehende Verpflichtung aus dem Kyoto-Protokoll von minus sieben Prozent bis 2010 haben die USA nie ratifiziert.

US-Präsident Bush betont auch weiterhin, keinem völkerrechtlich verbindlichen Reduktionsziel zuzustimmen, solange der Klimawandel nicht weiter erforscht ist und die Schwellenländer wie China und Indien nicht auch zu Reduktionsverpflichtungen bereit sind. Bis dahin müsse man laut Bush auf die Erforschung neuer Technologien und auf freiwillige Vereinbarungen für die Industrie setzen. Bundeskanzler Schüssel hat damit heute die Position von US-Präsident Bush übernommen, der ebenfalls die Klimakatastrophe zum Schutz der eigenen Wirtschaft in Kauf nehmen will.

Greenpeace kann nicht akzeptieren, dass Bundeskanzler Schüssel die Schlusserklärung nach dem EU-EU-Gipfel verhindern will, die minus 30 Prozent Treibhausgase von 1990 bis 2020 und minus 80 Prozent bis 2050 beinhaltet. "Weil es bei den Auswirkungen der schädlichen Treibhausgase Zeitverzögerungen von mehreren Jahrzehnten gibt, braucht es sowohl ein kurzfristiges als auch ein langfristiges Klimaschutzziel", so Mayer abschließend. Greenpeace fordert 20 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2020 und 80 Prozent bis 2050.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0676-5147246
Mag. Erwin Mayer, Klimaexperte Greenpeace CEE, tel. 0664-2700441

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