OTS0164 5 CI 0394 AKO0001 Di, 21.Dez 2004
Bahn / Arbeiterkammer / Oberösterreich / Transit / Verkehr

AK fordert raschen Ausbau der Summerauerbahn

Linz (OTS) - "Die Ankündigung des neuen ÖBB-Managements, der Ausbau der Summerauerbahn habe keinerlei Priorität, ist ein verkehrspolitisches Fiasko", kritisiert AK-Vizepräsident Ing. Reinhold Entholzer. Die Begründung, das Fahrgastaufkommen sei zu gering, lasse Zweifel an der fachlichen Kompetenz des ÖBB-Vorstandes aufkommen.

Die Arbeiterkammer fordert den raschen Ausbau der Summerauerbahn. Das ist besonders für den Güterverkehr auf der Eisenbahnachse Pyhrn-Summerau von zukunftsweisender Bedeutung. Angesichts der Faktenlage sollte das auch den Verantwortlichen bei den ÖBB bewusst sein.

Die Summerauerbahn, als Teil der Eisenbahnachse Pyhrn-Summerau, verbindet nicht nur Oberösterreich und die Steiermark, sondern stellt auch eine wichtige Brücke zu den deutschen Wirtschaftsräumen (insbesondere Bayern) dar. Zudem ist sie Teil der direktesten Eisenbahnverbindung zwischen den neuen EU-Mitgliedsstaaten im Norden (Tschechien, Polen) und jenen im Süden (Kroatien, Slowenien) mit deren wichtigen Adriahäfen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Zubringerfunktion zur Rhein-Main-Donau-Wasserstraße als Verkehrsträger mit wenig Energieverbrauch und geringer Umweltbelastung.

Keine weitere Transitlawine zulassen!
Die EU-Osterweiterung war gerade für Österreich auch eine
Nord- und Süderweiterung. Der Ausbau der Verkehrswege darf sich daher nicht auf die Ost-/Westrichtung beschränken. Ohne raschen Ausbau der Nord-Süd-Schienenverbindung Marburg-Graz-Linz-Budweis/Prag wird sich das steigende Verkehrsaufkommen primär auf der Straße abspielen. Dies wäre angesichts der Bevölkerungsdichte des betroffenen Raumes eine fatale ökologische Entwicklung und eine krasse Fehlentwicklung auf Kosten der Verkehrssicherheit.

Nicht nur die Wirtschaft wäre Nutznießer des Bahnausbaues. Besonders die Umwelt und die Bürger in unserem sensiblen Lebensraum hätten Vorteile. Der Verkehr wird auf jeden Fall massiv ansteigen. "Wenn es keine attraktive Alternative auf der Schiene gibt, werden die Zuwächse wie bisher mit all ihren negativen Begleiterscheinungen auf der Straße durch unsere Täler rollen. Eine neue Transitlawine droht!", zeichnet AK-Vizepräsident Entholzer ein düsteres Bild der zu erwartenden Entwicklung.

Auf den vier österreichischen Strecken zwischen der Grenze zu Slowenien bzw. Tschechien verkehrten 1997 bereits durchschnittlich 58.000 Fahrzeuge täglich, davon alleine 7.000 Busse und LKW. Die Zuwächse seit 1985 betrugen auf diesen Routen bis zu 200 Prozent. Diese Entwicklung muss gestoppt werden!

Die Steiermark und Oberösterreich brauchen sowohl national als auch international eine gute Verkehrserschließung. Der Ausbau der Bahnachse Marburg-Graz-Linz-Budweis/Prag wäre für die beiden Bundesländer - und damit immerhin 30 Prozent der Bevölkerung Österreichs - eine dringend notwendige Verbesserung der Infrastruktur. Außerdem ist der Bahnausbau für Tschechien und Polen bzw. Slowenien und Kroatien mit ihren insgesamt fast 60 Millionen Menschen ebenso wichtig.

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