OTS0072 5 CA 0464 EUN0004 Fr, 17.Dez 2004
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Jutta Speidel: "Ich würde mich nie liften lassen"

Stuttgart (ots) - Im Reader's Digest-Interview spricht die Schauspielerin über ihr Leben als TV-Nonne, die katholische Kirche und ihr Hilfsprojekt "Horizont"

Jutta Speidel geht mit der katholischen Kirche hart ins Gericht. "Der Vatikan muss eine andere Form von Hilfe in die Dritte Welt tragen", sagte die 50-jährige Schauspielerin und TV-Nonne gegenüber dem Magazin Reader's Digest (Januar-Ausgabe). Speidels Appell an den Papst: "Es genügt nicht, die Menschen in diesen Ländern aufzufordern, in Keuschheit zu leben, damit sie sich nicht mit Aids infizieren."

Seit vielen Jahren gehört die Katholikin zu den beliebtesten und erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen. Ob auf der Bühne oder im Fernsehen, die Mutter zweier erwachsener Töchter wird für ihre authentische Art vom Publikum hoch geschätzt. Der Durchbruch als Fernsehdarstellerin war ihr 1975 mit dem Thriller "Die letzten Ferien" gelungen. Seitdem sind viele Erfolge hinzugekommen, unter anderem die ZDF-Reihe "Alle meine Töchter" und die Serie "Um Himmels Willen", in der sie die Ordensschwester Lotte Albers spielt; Anfang Januar sind die neuen Folgen in der ARD zu sehen.

Über die Parallelen zwischen der TV-Rolle als Nonne und ihrem Alltagsleben sagt Speidel: "Ich bin genauso stur, warmherzig und humorvoll, liebe aber auch das Spontane." Und ist sie selbst auch religiös? "Ich glaube an eine höhere Macht im Universum, die mich beschützt. Dafür sage ich jeden Tag Danke", antwortet sie.

Neben der Schauspieltätigkeit widmet sich die Münchnerin derzeit vor allem ihrem Verein "Horizont", der obdachlosen Menschen ein neues Zuhause gibt. 1997 hatte sie das Hilfsprojekt gegründet, seit kurzem verfügt der Verein über ein eigenes Haus mit 24 Wohnungen in München. In dem 3,5 Millionen Euro teuren Bau können obdachlose Kinder mit ihren Müttern neuen Lebensmut tanken. Die Kosten für die pädagogische Betreuung übernimmt Speidel: "Meine Mitarbeiter sind 365 Tage im Jahr aktiv. Diesen Luxus kann sich eine Stadt gar nicht leisten", betont die lebhafte Sozialmanagerin.

Für die Zukunft hat Speidel mehrere Pläne. Zum einen will sie sich weiterhin für ihren Verein "Horizont" einsetzen und Spenden sammeln. Zum anderen möchte sie mehr als bisher verreisen, vor allem nach Indien, Birma oder Sri Lanka. Eine Schönheitsoperation, wie es manche jungen Schauspielerinnen vormachen, lehnt sie kategorisch ab. "Ich würde mich nie liften lassen", sagt sie gegenüber Reader's Digest. Ihre Begründung: "Warum soll ich mir meine Falten wegoperieren lassen? Die habe ich mir doch 30 Jahre lang mühsam angelacht."

Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Januar-Ausgabe von Reader's Digest ist ab dem 20. Dezember 2004 an zentralen Kiosken erhältlich.

Pressemitteilung und vollständiger Artikel aus der Januar-Ausgabe zum Download: http://www.readersdigest.de. Auf Service für Journalisten klicken (Rubrik Magazin Reader's Digest)

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