OTS0091 5 CI 0255 NAE0002 II Mo, 13.Dez 2004
Ärzte / Spitäler / Hauptverband / Operationen

Angeblich zu hohe Operationszahlen: Brettenthaler fordert Rücknahme von Pauschalverdächtigungen

Ärztekammer-Präsident: Darstellung des Hauptverbands "oberflächlich und verzerrend" - Offenlegung und Evaluierung aller Zahlen gefordert

Wien (OTS) - Kritik an der "verzerrenden und oberflächlichen Darstellung des Hauptverbands" bezüglich angeblich überhöhter Operationsfrequenzen in einigen österreichischen Spitälern hat der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler geübt. In einer Aussendung am Montag wies Brettenthaler die "Pauschalverdächtigungen durch den Hauptverband" scharf zurück. Durch die einseitige Darstellung einiger, isoliert aus der Statistik herausgenommener Zahlen ohne in die Tiefe gehenden nationalen und internationalen Vergleich sei in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt worden, es würden seitens österreichischer Ärzte medizinisch nicht indizierte Operationen vorgenommen.

"Dieser Eindruck wird von uns mit Entschiedenheit zurückgewiesen", so Brettenthaler. "Die Ärzteschaft in den Spitälern bemüht sich um die Gesundheit der Menschen und operiert nicht zum Spaß. Derart auf Effekt bedachte Darstellungen bringen die Qualitätssicherung nicht weiter, sondern schüren nur eine Misstrauenskultur gegenüber Ärzten und verunsichern unsere Patienten."

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer forderte die Geschäftsführerin des Hauptverbands, Beate Hartinger, auf, von pauschalen Anschuldigungen dieser Art gegen Ärzte und Spitäler "sofort und unmissverständlich Abstand zu nehmen". Das Gesundheitsministerium möge die ihm zur Verfügung stehenden Zahlen über die Operationshäufigkeit in österreichischen Spitälern veröffentlichen und einer Expertenrunde zur Beurteilung und Prüfung übergeben. Die Ärzteschaft sei an einer objektiven und vollständigen Darstellung der Operationsstatistiken und an deren eingehenden und gewissenhaften Analysen "selbstverständlich sehr interessiert". Die Österreichische Gesellschaft für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Medizin (ÖQMed) sei jederzeit bereit, eine fundierte Evaluierung der Statistiken und einen internationalen Vergleich der Zahlen vorzunehmen und jeden einzelnen Fall zu überprüfen.

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