OTS0057 5 CI 0596 NAW0001 Fr, 11.Jun 2004
Gesundheit / Augenärzte / Ärztekammer / Kommunales / Wien

Sommer-Aktion "Kinderaugen zum Augenarzt" startet in Wien

Augenärzte versprechen "rasche Termine" noch vor Schulbeginn

Wien (OTS) - Wer kennt sie nicht, die langen Wartezeiten auf
Termine speziell bei den Augenärzten. Abhilfe verspricht jetzt in Wien die Aktion "Kinderaugen zum Augenarzt". Während des gesamten Sommers soll jedes Kind in der Bundeshauptstadt die Möglichkeit haben, sich von einem Augenarzt untersuchen zu lassen. Die Augenärzte versprechen "rasche Termine", womit - rechtzeitig vor Schulbeginn -einem kompletten Augen-Check nichts mehr im Wege stehen sollte.****

Für die Terminsuche wird im Patientenservice der Ärztekammer für Wien unter der Kurzrufnummer 1771 eine Liste von Augenfachärzten aufliegen, die sich an der Aktion beteiligen. Eine entsprechende Liste ist auch im Internet unter www.aekwien.at (Index: Augenärzte) abrufbar. Ausgemacht werden muss der Termin direkt beim jeweiligen Augenarzt unter dem Hinweis "Kinderaugen zum Augenarzt".

Bei Problemen mit den Augen rasch zum Augenarzt

Laut der Wiener Augenärztin und Obfrau der Fachgruppe Augenheilkunde und Optometrie der Ärztekammer für Wien, Helga Azem, werden sich die Wiener Augenfachärzte jedenfalls bemühen, einen raschen Termin bereitzustellen, bei dem das Kind eingehend untersucht und die Eltern beratend informiert werden können: "Die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen machen mit, und ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, wirklich jedem Interessierten rasch einen Termin zu verschaffen."

Azem warnt davor, Probleme mit den Augen zu bagatellisieren. "Bei Kindern mit Augenbrennen, Augentränen, Kopfschmerzen, rascher Ermüdung, Leseunwilligkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten kann die Ursache am Auge liegen. Nur eine Untersuchung beim Augenarzt kann Aufklärung bringen, um festzustellen, ob ein Kind beispielsweise eine Brille braucht oder nicht."

Die Ursachen der gesundheitlichen Beschwerden könnten sehr vielfältig sein - im schlimmsten Fall bis hin zu einem Gehirntumor. "Daher sollte die Abklärung ausschließlich dem Augenfacharzt vorbehalten bleiben", so Azem.

Um festzustellen, ob ein Kind eine Brille brauche und mit welcher Stärke, müsse in praktisch allen Fällen bei der Untersuchung das Auge eingetropft werden. Azem: "Ein Sehtest oder eine Computervermessung, ohne die Augen einzutropfen und genau zu untersuchen, kann zu einer falschen Diagnose, falscher Brille und zur Schädigung des Kindes führen."

Zudem müsse nicht jeder Sehfehler, der gemessen wird, bei einem Kind korrigiert werden. Abhängig sei dies von vielen Faktoren, beispielsweise ob gleichzeitig eine Form von Schielen vorliege und in welchem Ausmaß. "Dies kann auch entscheiden, ob eine Brille in voller Form oder in abgeschwächter Form, ständig oder zeitweise, getragen werden muss beziehungsweise weiterführende Behandlungen und Therapien, wie beispielsweise Sehübungen, notwendig sind", betont Azem.

Gefährliche Prismenbrillen

Die Augenärztin weist noch auf einen weiteren gefährlichen Umstand hin: Seit kurzem zirkuliert bei Verdacht auf Legasthenie das Stichwort "Winkelfehlsichtigkeit" bei Optikern. Dies sei aber in der Augenheilkunde ein nicht bekannter Ausdruck, welcher offensichtlich eine Form von latentem Schielen umschreiben soll. "Unter Erstellung dieser Pseudodiagnose werden Kindern oft so genannte Prismenbrillen verabreicht, die diese 'Winkelfehlsichtigkeit' beheben sollen." Prismenbrillen seien aber äußerst gefährlich, da sie ein zeitweiliges Schielen in ein echtes Schielen überführen könnten und damit erst recht einen richtig krankhaften Zustand erzeugten, warnt Azem.

Die Expertin appelliert auch an die Eltern, mit ihren Kindern vorsorgemäßig zu einem Augenfacharzt zu gehen. "Kinder sollten spätestens ab dem zweiten Lebensjahr von einem Augenfacharzt untersucht werden." Danach sollte einmal jährlich eine Kontrolle stattfinden, vor allem bei Vorliegen von Beschwerden. Nicht zuletzt würden diese Leistungen von den Krankenkassen honoriert, um damit die Früherkennung eines Augenfehlers durch den Augenfacharzt zu gewährleisten", so Azem abschließend. (hpp)

(S E R V I C E - Listen von Augenärzten für die Aktion "Kinderaugen zum Augenarzt" liegen ab sofort im Patientenservice der Ärztekammer, Telefon 1771, auf beziehungsweise sind im Internet abrufbar: www.aekwien.at, Index: Augenärzte.)

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Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
Fax: (++43-1) 51501/1289
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