OTS0195 5 CI 0453 MUN0001 II Mi, 17.Mär 2004
Wissenschaft / Gehrer / PK / Alkoholsyndrom

Gehrer: Forschung am fetalen Alkoholsyndrom ist gutes Beispiel für praxisnahe Forschung, die auf Grundlagenforschung aufbaut

Alkohol in der Schwangerschaft schadet Kind

Wien (OTS) - Ein Forschungsprojekt, in dem die Anwendung neuer Diagnosemethoden zur frühzeitigen Feststellung des fetalen Alkoholsyndroms untersucht wird, präsentierte heute Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer zusammen mit Univ.-Prof. Dr. Horst Seidler vom Institut für Anthropologie, Univ.-Prof. Dr. Christa Fonatsch, Institut für Medizinische Biologie, Univ.-Prof. Dr. Arnold Pollak, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde und Univ.-Prof. Dr. Fred Bookstein, Honorarprofessor am Institut für Anthropologie und Professoren an der University of Michigan. "Mir ist es wichtig, in Österreich bewusst zu machen, wie wichtig Grundlagenforschung ist, wie wichtig aber auch die angewandte Forschung ist, in der Ergebnisse aus der Grundlagenforschung weiter in den angewandten Bereich geführt werden", erklärte Gehrer. Bookstein, der die Diagnosemethode zur Früherkennung des fetalen Alkoholsyndroms entwickelte, lobte die Ressourcen für die medizinische Forschung in Österreich und die gute praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse.

"Heute stellen wir Ihnen ein typisches Beispiel für eine auf der Grundlagenforschung aufgebaute weiterführende praxis- und anwendungsorientierten Forschung vor", so Gehrer. In der Grundlagenforschung wurde festgestellt, dass Alkohol während der Schwangerschaft die Entwicklung des Kindes beeinflusst. Das "fetale Alkoholsyndrom" hat Gehirn- und damit auch Wesens- und Verhaltensänderungen bis hin zu schwerwiegenden Störungen zur Folge. Nun geht es darum, wie man möglichst früh diese Veränderungen erkennen kann, wie man diese Störungen durch Aufklärung verhindern kann und wie man durch eine passende Therapie frühestmöglich den Kindern helfen kann.

Prof. Bookstein hat nun neue biomathematische Methoden entwickelt, mit denen man die Veränderung des Gehirns feststellen kann. Das Wiener Institut für Anthropologie ist mit Prof. Bookstein mittlerweile zu einem international anerkannten Center of Excellence geworden. "Jetzt geht es darum, auf Basis der Grundlagenforschung in einer Pilotstudie festzustellen, ob dieses fetale Alkoholsyndrom mit den Messmethoden diagnostiziert werden kann und welche Aussagen wir daraus als Hilfestellung für Schwangere formulieren können", erklärte Gehrer. "Österreich hat damit die Chance, im europäischen Raum in dieser Forschung eine Vorreiterrolle einzunehmen".

Prof. Seidler wies darauf hin, dass die Diskussion um die Differenzierung zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung nicht zielführend sei. Forschung, wie immer sie etikettiert sein mag, habe dann einen Sinn, wenn aus dieser Forschung die Bedürfnisse der Menschen in einer Gesellschaft befriedigt werden können und die Forschung somit den Menschen in der Gesellschaft zugute kommt. Die Forschung zum fetalen Alkoholsysndrom sei ein gutes Beispiel dafür.

Prof. Fonatsch zeigte die Bedeutung der Multidisziplinarität bei diesem Forschungsprojekt auf. "So kann festgestellt werden, ob Veränderungen bei Kindern auf das fetale Alkoholsyndrom zurückzuführen sind oder ob sie genetisch bedingt sind", so Fonatsch. Prof. Pollak wies auf die Gefahr des Alkohols in der Schwangerschaft hin: "Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass ein Glas Wein in der Schwangerschaft keine schädlichen Auswirkungen auf das Kind hat".

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