OTS0093 5 II 0387 NFW0005 CI Di, 24.Feb 2004
FPÖ / Wien / Sofiensäle

Strache: Stadt Wien ist bei Sofiensälen seit drei Jahren säumig!

Ersatzvornahme für Schutzabdeckung hätte schon längst erfolgen müssen

Wien, 24.02.2004 (fpd) - Im vergangenen Sommer hat die Stadt Wien an den Eigentümer der Sofiensäle eine Bescheid mit der Aufforderung eine adäquate Schutzverhüllung bzw. Schutzabdeckung unverzüglich vorzunehmen gerichtet. Seit diesem Zeitpunkt ist der Eigentümer aber auch die Stadt Wien untätig geblieben, so heute der Freiheitliche Landesobmann-Stellvertreter LAbg. GR Heinz-Christian Strache vor dem Hintergrund des derzeit laufenden Prozesses bezüglich des Brandes in den Wiener Sofiensälen.

Dieser Bescheid wird von der MA 64 (Rechtsabteilung) eindeutig untermauert. Die MA 64 stellte dazu fest, daß die "Sicherung des Objektes dem Eigentümer zuzumuten ist" und dies eine Verpflichtung im Sinne des Denkmalschutzgesetzes darstellt. (§ 31 -Sicherungsmaßnahmen). Gegen diesen Bescheid gibt es keine aufschiebende Wirkung. Bis heute wurde er nicht umgesetzt, aber auch von der Gemeinde Wien nicht mittels Ersatzvornahme veranlaßt. Von amtswegen hätte die Stadt Wien also wegen "Gefahr in Verzug" längst aktiv werden und eine Ersatzvornahme umsetzen müssen. Jedoch erst jetzt, rund ein halbes Jahr später, nachdem ein weiterer Winter dem Gemäuer zugesetzt hat, zeigen die Stadtverantwortlichen plötzlich Aktivitäten.

Bis heute - drei Jahre nach dem zu hinterfragenden Brand bezüglich seiner fragwürdigen Ursache - war der Eigentümer aber auch die Stadt Wien völlig untätig und hat keine ausreichende und wirkungsvolle Schutzabdeckung veranlaßt, wobei das Denkmalschutzrecht eindeutig festschreibt, daß Sicherungsmaßnahmen, die vorsätzlich behindert oder erschwert werden, von der Bezirksverwaltungsbehörde mit Geldstrafen bis zu 50.800 € zu ahnden sind..

Nunmehr liegen aktuelle Fotos als Beweismaterial vor, wonach in die vorhandenen Dächer der Sofiensäle offenbar absichtlich große viereckige Teile herausgeschnitten wurden um den Feuchtigkeitseintritt und damit den Verfall zu beschleunigen. Damit wurden weitere Zerstörungsfakten gesetzt, um Regen und Schnee das Eindringen in die schützenswerten Gemäuer zu ermöglichen. Das unwürdige Schauspiel rund um die abgebrannten Sofiensäle wurde damit um eine weitere, kriminelle Facette bereichert. Die Staatsanwaltschaft wird noch zu klären haben, wer Zugang zur Brandruine gehabt hat und von welcher Stelle aus die Initiative zur vorsätzlichen Zerstörung der noch vorhandenen Dachkonstruktion gegeben worden ist.

Die Vorgänge rund um die Sofiensäle werden zu einem späteren Zeitpunkt noch einer gründlicheren Überprüfung zuzuführen sein. Faktum ist jedoch, daß sowohl der Eigentümer als auch die Stadt Wien offenbar kein Interesse am Weiterbestand haben, so Strache abschließend. (Schluß) jen

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