OTS0040 5 WI 0519 PWK0001 Mi, 10.Dez 2003
Wirtschaft / WKÖ / Papierindustrie

Energieverwertungsagentur und Allplan: Papier-Industrie erreicht Spitzenwerte bei Energieeffizienz

Austropapier: Kostendruck durch Energiepreise, Ökostromgesetz und Emissionshandel gefährdet Investitionen an österreichischen Standorten

Wien (PWK880) - Die Betriebe der österreichischen Papierindustrie erfüllen oder übertreffen die europäischen Energie-Benchmarks gemäß BAT-Dokument - und erreichen damit Spitzenwerte im sparsamen Umgang mit Energie. Weitere technische Optimierungspotenziale liegen im Branchenschnitt bei etwa ein Prozent pro Jahr. Voraussetzung für deren Umsetzung ist allerdings die wirtschaftliche Realisierbarkeit, die insbesondere bei Produktionsausweitungen gegeben sein wird. Das sind die bisher vorliegenden Ergebnisse einer innovativen Energieeffizienz-Partnerschaft zwischen der Energieverwertungsagentur, der Allplan GmbH und Austropapier, der Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie.
Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Energieverwertungsagentur, bestätigt: "Die Papierindustrie konnte in den neunziger Jahren durch eine Fülle von energiesparenden Maßnahmen die fossilen CO2-Emissionen pro Tonne Papier um 20% reduzieren. Dieser Erfolg wurde durch Optimierungen bei der Energieaufbringung (z.B. Energieträgerwechsel auf biogene Brennstoffe), aber auch bei der Energieverwendung (z.B. Prozessoptimierungen, Installation von Wärmerückgewinnungsanlagen und energieeffizienten Motoren) erreicht, die aber in diesem Ausmaß nicht wiederholbar sind. Insbesondere die gemeinsame Erzeugung von Strom und Wärme in hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an allen großen Standorten trägt dazu bei, dass der Jahreswirkungsgrad der Energieumwandlung in der Branche 80 % beträgt. Damit werden gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme Brennstoffe eingespart und CO2-Emissionen reduziert." Klaus Reisinger, Geschäftsführer von Allplan, ergänzt: "Wir haben alle energierelevanten Bereiche der wichtigsten Betriebe untersucht. Einsparpotenziale müssen quasi mit der Lupe gesucht werden - und meist gibt es gute Gründe dafür, warum sie unter wirtschaftlichen Bedingungen nicht realisiert werden können."

"Das Thema bewegt die gesamte Branche. Wir wollen natürlich unsere österreichischen Standorte und die damit verbundenen Arbeitsplätze erhalten. Da aber die überwiegende Anzahl der Betriebe zu international tätigen Unternehmen gehört, besteht bei zunehmenden Belastungen wie dem Ökostromgesetz, der Erhöhung der Energiebesteuerung, dem Ansteigen der Energiepreise und überzogenen Vorgaben aus dem Emissionshandel die konkrete Gefahr von Investitionsstopps und Produktionsverlagerungen. Unsere Standorte in Nachbarländern werden zügig ausgebaut - es wird immer schwerer, Investitionen in Österreich in bisherigem Umfang aufrechtzuhalten", warnt Michael Gröller, Austropapier-Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der Mayr-Melnhof Karton AG.

"Für jede Papierfabrik ist es selbstverständlich, so wenig als möglich fossile Brennstoffe zu verwenden und die Energie so effizient als möglich einzusetzen. Die bisherigen Rahmenbedingungen honorieren das aber nicht - so diskriminiert das Ökostromgesetz die Papierindustrie, obwohl unsere Anlagen effizienter sind als die meisten geförderten Anlagen und der Anteil an biogenen Brennstoffen mehr als 50 % beträgt. Wir erwarten daher, dass unsere Spitzenwerte bei der Zuteilung von Emissionszertifikaten anerkannt werden. Die zusätzlichen CO2-Vermeidungskosten sind sehr hoch. Daher besteht die Gefahr, dass viel Geld zum Ankauf von Zertifikaten ins Ausland abfließt und daher nicht für Investitionen im Inland zur Verfügung steht. Wir benötigen eine Zuteilung, die das Wachstum unserer Anlagen und den Betrieb unserer hocheffizienten KWK-Anlagen nicht einschränkt. Standortgefährdend ist die aufsummierte Belastung des österreichischen Kyoto-Paketes - Ökostromgesetz, Energiesteuer, Road-Pricing, Emissionshandel. Wir können die Regierung bei der Standortsicherung nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Es muß für die energieintensive Industrie rasch ein integrierter Ansatz mit entsprechenden Entlastungen geschaffen werden", resümieren Walter Pillwein, Geschäftsführer der UPM Kymmene Austria GmbH und Ferdinand Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender der Nettingsdorfer Papierfabrik. (us)

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