OTS0048 5 KI 0796 NRF0002 SI Mi, 26.Nov 2003
Fernsehen / ORF / Medien / Sport

Franz Klammer im ORF: Der Weg vom Bergbauernbuben zur Skilegende

"Franz Klammer - eine Skilegende wird 50" am 30. November, 17.55 Uhr, in ORF 1

Wien (OTS) - Am 3. Dezember feiert Franz Klammer seinen 50. Geburtstag. Der ORF SPORT gratuliert dem Ski-Kaiser mit der Dokumentation "Franz Klammer - eine Skilegende wird 50", gestaltet von Gerhard Lackner und Fritz Melchert. Die Geburtstagsdoku steht am Sonntag, dem 30. November, um 17.55 Uhr auf dem Programm von ORF 1. Im Rahmen der Dokumentation führt TV-Sportchef Elmar Oberhauser ein ausführliches Gespräch mit Klammer. Das Legendenrennen zum runden Geburtstag des Kärntners in Bad Kleinkirchheim zeigt der ORF SPORT am Samstag, dem 6. Dezember, um 15.00 Uhr in ORF 1.

Olympiasieg 1976 als Karriere-Höhepunkt

Donnerstag, 5. Februar 1976: Eine ganze Nation versammelt sich vor den Bildschirmen. Keiner will sich den olympischen Abfahrtslauf in Innsbruck entgehen lassen. Der Favorit heißt Franz Klammer, ist 22 Jahre alt, Seriensieger bei den Abfahrtsrennen im Olympia-Winter. Die Uhr stoppt bei 1:45,73. Klammer holt sich den Titel und schafft damit den Sprung vom Seriensieger zur Legende. Aus dem 22-jährigen Kärntner wird "unser Franzi Klammer". Im Gespräch mit Elmar Oberhauser erinnert sich Klammer an die Sekunden vor dem Start: "Ich habe mit Startnummer 15 oben gewartet, Russi hat eine super Zeit hingelegt. Niemand ist knapp an ihn dran gekommen, nicht einmal der Plank. Meine Emotionen waren: 'Ich schaffe es!' Und dann aber: 'Es geht sich nie aus. Der Russi ist besser gefahren als jeder andere im Training, das kann ich nicht schaffen'. Zehn Sekunden vor dem Start war ich aber überzeugt: Ich werde das Rennen gewinnen. Nicht vielleicht, sondern:
Ich gewinne das!"

Zwei Bretteln als Sprungbrett in die große, weite Welt

Das Märchen vom Tellerwäscher, der Millionär wird, auf österreichisch: der "Austrian Dream" erfüllt sich im Weg vom Bergbauernbuben zur Skilegende. Der österreichische Traum beginnt am 3. Dezember 1953 im kärntnerischen Mooswald. Franz Klammer wird als zweites von vier Kindern in ärmlichen Verhältnissen geboren. Die Erträge aus der Landwirtschaft sind ebenso karg wie jene aus dem elterlichen Gasthof. Was als rein kindlicher Bewegungsdrang beginnt wird rasch Mittel zum Zweck: Der Sport als Chance, einem vorgegebenen Lebensweg zu entkommen. Zwei Bretteln als Sprungbrett für den Absprung weg von bäuerlicher Abgeschiedenheit hinein in die große, weite Welt.

Erster Weltcup-Sieg am 22. Dezember 1973 in Schladming

Als Dreijähriger steht Klammer erstmals auf Skiern, mit Fünf gewinnt er bei einem Jugendskitag sein erstes Rennen. Franz Hoppichler holt ihn 1969 in den ÖSV-Jugendkader. Zwei Jahre später steht die sich abzeichnende Karriere vor dem Ende: Innerhalb weniger Monate wächst er um zehn Zentimeter, schwankende Leistungen sind die Folge. Der Sieg bei der Europacup-Abfahrt in Bad Kleinkirchheim rettet ihn vor der Eliminierung aus den ÖSV-Kadern. Im Dezember 1972 steht Klammer erstmals im Blickpunkt einer breiten Ski-Öffentlichkeit. Die Weltcup-Premiere in Val d'Isere beendet er auf Rang 18, wenige Tage später fährt er in Gröden mitten in die Weltspitze. Der mittlerweile 19-jährige belegt in seinem erst dritten Weltcup-Rennen den fünften Platz. Seinen ersten Weltcup-Sieg feiert der Kärntner am 22. Dezember 1973 in Schladming. Sechs Wochen später bestätigt er bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz eindrucksvoll seine Klasse: In der Abfahrt muss sich Klammer nur David Zwilling geschlagen geben. Ein legendärer Slalomlauf beschert ihm aber den WM-Titel in der Kombination.

Klammer bricht alle Rekorde

Klammer beherrscht in der Folge den Abfahrts-Weltcup. In der Saison 1974/75 gewinnt er mit einer Ausnahme alle Rennen. Seine Erfolgsserie in der Abfahrt bringt ihm 1975 fast den Gesamt-Weltcupsieg. Erst im letzten Rennen muss sich Klammer seinen Konkurrenten Gustav Thöni und Ingemar Stenmark geschlagen geben. Auf den Abfahrtstrecken bricht er alle Rekorde. In Wengen distanziert er die Konkurrenz um mehr als dreieinhalb Sekunden. Ebenso unerreicht ist er auf den Pisten der Öffentlichkeit: Er ist erfolgreich und er ist einer, den man angreifen kann. Er ist everybodys Franz. Der Erfolgslauf wird im Olympiawinter und im Jahr darauf prolongiert. Kitzbühel im Jänner 1977 - aus Begeisterung wird Hysterie. Alle wollen dem Olympiasieger von Nebenan nahe sein.

Verunsichert, angeschlagen und schwer verletzt

Doch dieser beeindruckenden Karriere steht bereits eine einschneidende Wende bevor. Im März 1978 gewinnt Klammer in Laax seine 22. Weltcup-Abfahrt - sein letzter Sieg für fast vier Jahre. Der Wechsel der Skifirma, die Querschnittlähmung seines Bruders Klaus und ein Sturz in Lake Louise hinterlassen Spuren - der Seriensieger von einst ist verunsichert, angeschlagen und schwer verletzt. Die Popularität bleibt dennoch ungebrochen. Am 7. Dezember 1981, nach 1366 Tagen, kehrt er auf die Siegerstraße zurück. Den letzten Sieg, den 25., fährt Klammer 1984 in Kitzbühel ein.

Privates Glück mit Eva, Sophie und Stephanie

Im März 1985 zieht sich der dreimalige österreichische Sportler des Jahres (1975, 1976, 1983) vom Skisport zurück. Es beginnt das Leben danach: Im August 1979 heiratet er Eva, neun Jahre später kommt seine erste Tochter Sophie zu Welt. Mit der 1993 geborenen Stephanie wird das Familienglück perfekt.

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