OTS0184 5 WI 0394 AKW0005 II Mo, 24.Nov 2003
Wirtschaft / Arbeiterkammer / Politik / Soziales / Arbeitsmarkt / Jugend

AK zu Dialog Jugendbeschäftigung: Regierung bietet Jungen zu wenig

Tumpel sieht Vorschläge des Lehrlingsbeauftragten Egon Blum positiv

Wien (AK) - Endlich wirksame Maßnahmen für die Ausbildung und Beschäftigung der Jugendlichen: Das verlangt die Arbeiterkammer nach dem heutigen Dialog zur Jugendbeschäftigung. AK Präsident Herbert Tumpel sieht es positiv, dass der neue Lehrlingsbeauftragte Egon Blum selbstständige überbetriebliche Ausbildungseinrichtungen für eine wichtige Ergänzung der Lehrlingsausbildung hält: "Das ist ein wichtiger Vorschlag, den die Regierung so rasch wie möglich umsetzen soll." Gleichzeitig kritisiert die Arbeiterkammer die Regierung: Den Lehrstellen Suchenden hatte sie nichts Neues zu bieten, und die Qualifizierungsversprechen des Wirtschaftsministers für Arbeit Suchende zwischen 19 und 24 bringen nicht einmal der Häfte der Betroffenen Chancen. 44 Millionen Euro wären für junge Arbeit Suchende nötig, damit alle die Qualifizierung bekommen, die sie brauchen. Und die Regierung muss endlich etwas dagegen tun, dass bereits 65.000 junge Menschen weder in Ausbildung sind noch Arbeit haben, verlangt die AK: Sofort nötig sind die Aufstockung des Auffangnetzes zur Jugendausbildung von 5.500 auf 7.000 Plätze. Weiters verlangt die AK wieder Auffangnetz-Ausbildungen, die bis zum Lehrabschluss führen, einen echten Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Unternehmen und 4.000 neue Schulplätze zur Berufsaubildung.

Ein positiver Ansatz ist für AK Präsident Herbert Tumpel, dass der Lehrlingsbeauftragte Egon Blum selbstständige überbetriebliche Ausbildungseinrichtungen als Ergänzung der Lehrausbildung will und besonders auf moderne "High-tech"-Berufe setzt, die auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich nachgefragt werden: "Es geht um die Chancen jedes Einzelnen. Und schließlich ist es die Qualität der gut ausgebildeten Fachkräfte, die ein Land attraktiv macht."

Gleichzeitig kritisiert die AK die Regierung: 12.000 Mädchen und Burschen zittern noch immer um eine Lehrstelle, 4.000 Jugendliche wurden heuer von berufsbildenden Schulen abgewiesen, 39.000 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren suchen Arbeit: Da ist der Arbeiterkammer zusätzliche Qualifizierung von 5.000 jungen Arbeit Suchenden viel zu wenig.

Die Arbeiterkammer verlangt ein Zukunftspaket für die Jungen. Insgesamt will sie 100 Millionen Euro für die Jungen: unter anderem für 7.000 sichere Plätze im Auffangnetz zur Jugendausbildung, Förderung von Ausbildungsverbünden und Weiterbildung für Ausbildner und 4.000 neue AnfängerInnenplätze an den berufsbildenden Schulen. Für mehr und bessere Lehrstellen soll die Regierung auch durch einen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Unternehmen sorgen. Eingesetzt weden sollen die Mittel zur Förderung von Ausbildung in Zukunftsberufen - anders als bei der derzeitigen Gießkannenförderung durch die Lehrlingsprämie, völlig unabhängig vom Lehrerfolg und den Zukunftschancen im jeweiligen Beruf.

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