OTS0158 5 II 0243 FMB0005 WI Di, 04.Nov 2003
Politik / Finanzen / Versicherungen / Soziales / EU

Weinzinger: Ungleichbehandlungen von Frauen bei Versicherungen abschaffen

Bundesregierung muss Vorschlag der EU-Sozialkommissarin unterstützen

Wien (OTS) Die EU will die Tatsache beseitigen, dass Frauen mehr für ihre private Altersvorsorge zahlen müssen als Männer. Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou will daher 'Unisex'-Tarife bei Versicherten erreichen. "Dieser Vorstoß der EU-Kommissarin ist längst überfällig, um die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen bei Privatversicherungen zu beenden. Das sollte aber nicht nur für die Altersvorsorge gelten, sondern auch für private Zusatzversicherungen", fordert Brigid Weinzinger, Frauensprecherin der Grünen. Die österreichische Regierung ist dringend aufgefordert, diesen Vorschlag der Sozialkommissarin im Ministerrat zu unterstützen.

Frauen seien ohnehin schon bei der staatlichen Altersvorsorge schlechter gestellt, da die durchschnittliche Frauenpension nur etwa 50 Prozent der durchschnittlichen Männerpension ausmacht. "Dass die Frauen dann bei der privaten Altersvorsorge noch zusätzlich geschröpft werden sollen, ist absurd und außerdem ein klarer Fall von Diskriminierung", so Weinzinger. Die Argumentation der Versicherungswirtschaft, dass die Frauen aufgrund der höheren Lebenserwartung mehr kosten würden, ist nicht haltbar. Da die Männer wesentlich höheren Pensionen erhalten, sind die anteiligen Ausgaben für Männer deutlich höher.

Genauso wenig Verständnis zeigt Weinzinger, dass auch bei den Zusatzversicherungen Frauen im gebärfähigen Alter mehr zahlen als Männer. "Es ist skandalös, dass Frauen deshalb mehr zahlen müssen, weil sie Kinder gebären können. Die Mutterschaft als Kostenfaktor heranzuziehen, blendet die Verantwortung der Väter völlig aus. Zudem tragen Frauen meist ohnehin den Großteil der Belastung der Kindererziehung", so Weinzinger.

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