OTS0012 5 KI 0549 NRF0001 Di, 04.Nov 2003
Fernsehen / ORF / Medien / Weltjournal

"Weltjournal" am 5. November im ORF: "USA - Aufstand der Soldatenfrauen"

Familien der US-Soldaten wollen deren Rückkehr durch spektakuläre Protestaktionen erzwingen

Wien (OTS) - Im "Weltjournal" am Mittwoch, dem 5. November 2003,
um 22.30 Uhr in ORF 2 präsentiert Annette Scheiner folgende Themen:

USA - Aufstand der Soldatenfrauen

Mit dem Abschuss eines Kampfhubschraubers haben an diesem Wochenende die Angriffe auf die amerikanischen Besatzungssoldaten im Irak einen blutigen Höhepunkt erreicht: 15 Soldaten kamen ums Leben, 20 wurden verwundet. Insgesamt starben seit der offiziellen Beendigung der eigentlichen Kriegshandlungen im April doppelt so viele US-Soldaten wie während der erfolgreichen US-Invasion. Immer größer werden für George W. Bush damit auch die Schwierigkeiten an der "Heimatfront". Laut Meinungsumfragen unterstützt nur mehr knapp die Hälfte der Amerikaner ihren Präsidenten, die Medien kommentieren kritisch und immer mehr Kriegsgegner gehen auf die Straße. Besonders schmerzhaft ist jedoch der Protest der Soldatenfamilien. Ihr Schlachtruf lautet "Bring them home now!" Durch Petitionen und spektakuläre Protestaktionen wollen die Frauen der Soldaten die Heimkehr ihrer Liebsten erzwingen.

Russland - Der verlassene Patient

Ungeachtet aller politischen Turbulenzen der vergangenen Wochen verkauft Präsident Putin seine Politik der inneren Stabilität gerne als Erfolgsgeschichte. Doch unter der Oberfläche gärt es. Die aktuelle russische Sozialpolitik ist ein Desaster. Das russische Gesundheitssystem ist notorisch unterfinanziert, die Budgetmittel sind im Vergleich zu Sowjetzeiten sogar geschrumpft. Die Folge: Die Lebenserwartung der Bevölkerung ist in den vergangenen zehn Jahren dramatisch gesunken. Offiziell ist die medizinische Versorgung nach wie vor kostenlos, doch das bedeutet nur, dass die Menschen für die meisten Leistungen auf dem Schwarzmarkt der Medizin zur Kasse gebeten werden. Millionen Menschen können sich Behandlungen und Medikamente nicht mehr leisten. Viele bleiben überhaupt von der medizinischen Versorgung ausgeschlossen. Georg Dox berichtet über die verlassenen russischen Patienten.

Finnland - Die versteckte Gewalt

Das in Mitteleuropa als besonders liberal geltende Finnland hält einen traurigen Rekord: Zwei Drittel aller Frauen sind häuslicher Gewalt ausgesetzt, statistisch gesehen gibt es alle sechs Minuten einen gewalttätigen Übergriff, Dutzende Frauen pro Jahr sterben an den Folgen der Gewalt. Eine gerade erst erschienene Studie mit diesen neuen Daten hat in der finnischen Öffentlichkeit wie eine Bombe eingeschlagen. Probleme in der Familie waren bisher ein absolutes Tabu, sie wurden buchstäblich totgeschwiegen. Jeder hat seine Probleme mit sich selbst auszutragen, die Männer fressen Konflikte in sich hinein - und explodieren vor allem unter dem Einfluss von Alkohol. Die Frauen mussten Schläge und psychische Erniedrigungen bisher schweigend erdulden, Organisationen, die sich ihrer Probleme annehmen, gibt es erst seit ganz kurzer Zeit. Jetzt aber ist der Skandal öffentlich. Alexander Steinbach beleuchtet für das "Weltjournal" die Hintergründe des bisher verschwiegenen Phänomens.

Griechenland - Das olympische Fieber

Ganz Griechenland ist derzeit vom olympischen Fieber erfasst. Keine dreihundert Tage vor Beginn der Spiele 2004 hat das IOC neuerlich gewarnt, es dürfe kein einziger Tag mehr verloren gehen. Ein Wettlauf mit der Zeit, wie ihn jedes Veranstaltungsland Olympischer Spiele kennt, der im Fall Griechenlands aber besonders drastisch ist. Neben den 72 Wettkampfstätten musste die griechische Regierung vor allem erst einmal Infrastrukturen schaffen, vor allem in Athen: einen modernen Flughafen, U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn und Autobahnen. Dabei riskiert jeder Bagger, auf antike Schätze zu stoßen - Verzögerungen und Kostenexplosionen sind die Folge. Für das Ursprungsland der Olympischen Spiele steht viel auf dem Spiel: Olympia 2004 ist zur nationalen Herausforderung und zum europäischen Bewährungstest geworden. Ein Lokalaugenschein von Lorenz Gallmetzer.

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