OTS0204 5 CI 0229 GRP0001 AI Fr, 30.Mai 2003
Umwelt / Atomkraft / Temelin / Greenpeace

Greenpeace zu Temelin-Expertenbericht: Verbesserungen unzureichend

"Bericht ist Dokumentation eines Kniefalls Österreichs; klarer Handlungsauftrag gefragt"

Wien (OTS) – In einer ersten Reaktion auf die Veröffentlichung des Temelin-Expertenberichts kritisierte Greenpeace heute, dass die Verbesserungen im Pannenreaktor völlig unzureichend sind. "Vor allem die Gefahrenquellen bei der 28,8 m Bühne und bei den Ventilen sind offenbar nicht behoben. Die von Greenpeace aufgedeckten Mängel bei Schweißnähten im resten Block sind im Expertenbericht überhaupt nicht angesprochen worden. Wir können nicht nachvollziehen, warum die österreichische Regierung in Sachen Temelin trotzdem eine derartige Zurückhaltung an den Tag legt. Wenn es um die nukleare Sicherheit geht, ist Leisetreten nicht angebracht!", betonte Mag. Erwin Mayer von Greenpeace. Für Greenpeace ist deshalb das Anti-Atomvolksbegehren vom 10.-17.Juni 2003 ein Gebot der Stunde, um die Regierung mit einem klaren atompolitischen Handlungsauftrag zu versehen.

"Der ganze Bericht zeugt von großer diplomatischer Zurückhaltung und ist Dokumentation eines Kniefalls der Österreichischen Regierung vor den Temelin-Betreibern. Offensichtlich wurde der Bericht mit der tschechischen Seite akkordiert. Österreichs Regierung betrachtet das Thema Atomsicherheit augenscheinlich als diplomatische Tauschmaterie. Die nukleare Sicherheit kann auch keine außenpolitische Handelsware sein. Für Greenpeace steht daher fest: Die Regierung braucht einen klaren Handlungsauftrag. Deshalb ist das Anti-Atomvolksbegehren vom 10.-17.Juni, das eine Ministerbindung für den europäischen Atomausstieg vorsieht, jetzt von großer Bedeutung", erklärte Mayer.

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OTS0204 2003-05-30/17:00