OTS0068 5 KI 0628 NRF0009 Mi, 21.Mai 2003
Fernsehen / ORF / Cannes / Wolfzeit

Michael Hanekes ORF-unterstützer Film "Wolfzeit" bei den 56. Filmfestspielen von Cannes

Staraufgebot an der Croisette

Wien (OTS) - Strahlend blauer Himmel, die Côte d'Azur und ein
roter Teppich - Michael Hanekes ORF-unterstützter Film "Wolfzeit" feierte am Dienstag, dem 20. Mai 2003, seine Festivalpremiere in Cannes. Bereits der Einzug der geladenen Gäste wurde zum Event: Neben Regisseur Michael Haneke und den Schauspielern Isabelle Huppert, Festivalpräsident Patrice Chéreau, Beatrice Dalle, Olivier Gourmet, Maurice Benichou und Thierry van Werveke, um nur einige zu nennen, schritten auch Claudia Cardinale, David Carradine und Tilda Swinton über den roten Teppich durch das Blitzlichtgewitter hinauf ins Festspielgebäude. Weiters kamen Kunststaatssekretär Franz Morak, Produzent Veit Heiduschka, ORF-Filmchef Heinrich Mis sowie die Amour-Fou-Produzenten und Regisseure an die Croisette. Johann Luisser, Vertreter der Kaufmännischen Direktion des ORF und Mitglied der Film/Fernsehkommission: "Unser Ziel ist Qualität - die 56. Filmfestspiele von Cannes haben wieder gezeigt, dass wir mit unseren Partnerschaften nicht nur mit jungen Talenten wie Amour Fou, sondern auch mit langjährigen Partnern wie der Wega-Film und Michael Hanekes "Wolfzeit" international erfolgreich, beachtet und somit auf dem richtigen Weg sind."

Großes Medieninteresse

Das internationale Medieninteresse war enorm: Bereits bei der vormittägigen Pressekonferenz waren rund 20 Kamerateams und etwa 100 Journalisten und Fotografen aus aller Welt erschienen, um mit den Regisseuren und den Schauspielern über "Wolfzeit" zu sprechen. Regisseur Michael Haneke: "Es steckt kein Prinzip hinter der Wahl meiner Filme, es sind ganz einfach Geschichten, die ich erzählen möchte. Bei 'Wolfzeit' ging es mir darum, die Frage zu stellen, wie verhalten wir uns, wenn das Wasser einmal nicht mehr aus der Leitung fließt?"
Isabelle Huppert: "Die Sicht von Michael Haneke ist pessimistisch und offen zugleich, seine Besonderheit ist sein Bezug zur Wahrheit. Wir Schauspieler sind daran interessiert, diese Wahrheit zu transportieren. Wahrheit macht nicht immer Spaß, aber Wahrheit rüttelt wach."
"Wolfzeit" startet bei den Filmfestspielen von Cannes außer Konkurrenz, da Darsteller Patrice Chéreau auch Präsident des Festivals ist.

Haneke im ORF

Ein ausführlicher Bericht über Michael Haneke und "Wolfzeit" in Cannes steht am Montag, dem 26. Mai, auf dem Programm von "Treffpunkt Kultur" um 22.30 Uhr in ORF 2. Bereits am Sonntag, dem 25. Mai, zeigt ORF 2 um 23.55 Uhr "Funny Games" und am Donnerstag, dem 19. Juni, folgt um 22.15 Uhr in ORF 2 "Die Klavierspielerin", für die Michael Haneke 2001 in Cannes den Großen Preis der Jury bekam.

"Wolfzeit", ein Film von Michael Haneke

Als Anna und ihre Familie in ihr Ferienhaus kommen, finden sie es von Fremden besetzt vor. Kurz danach wird Annas Mann erschossen. Michael Haneke: "Diese Konfrontation ist nur der Beginn eines schmerzvollen Lernprozesses. Wir sind in einer stummen Welt. Was hier als die Geschichte einer einzelnen Familie beginnt, entwickelt sich zu einer kollektiven Tragödie. Aber es ist auch eine Legende, und als solche die Geschichte eines Opfers und - vielleicht - die Geschichte eines Heiligen."
In einer der Schlüsselrollen stand Isabelle Huppert vor der Kamera, in weiteren Rollen sind Patrice Chéreau, Béatrice Dalle und Olivier Gourmet zu sehen. Drei tragende Rollen sind mit den Kindern Anaïs Demoustier, Lucas Biscombe und Hakim Taleb besetzt. Zuletzt war Michael Haneke 2001 in Cannes mit "Die Klavierspielerin" erfolgreich:
In der Jelinek-Verfilmung, die mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde, war Isabelle Huppert ebenfalls Hanekes Hauptdarstellerin.
Michael Haneke über seinen jüngsten Film: "Ich wollte keinen Katastrophenfilm machen, davon gibt es ja unzählige. Mir ging es darum, dass die Leute fühlen, dass alles jeden Tag auch ihnen selbst, und zwar hier und heute passieren kann, dass die Geschichte für den hoch verwöhnten Menschen in unserer hoch industrialisierten Welt so nachvollziehbar wie möglich ist."
"Wolfzeit" ist eine Produktion der Wega-Film in Koproduktion mit Les Films du Losange (F) und Bavaria Film (D), hergestellt mit Unterstützung des Österreichischen Filminstituts, des Filmfonds Wien und des ORF.

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