OTS0090 5 II 0311 FMB0001 Fr, 13.Dez 2002
Politik / Wissenschaft / Forschung

Grünewald über nationalen Forschungs- und Innovationsplan erfreut

Neue Regierung darf Versäumnisse der alten nicht wiederholen

Wien (OTS) Der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, zeigte sich über den heute vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung präsentierten Nationalen Forschungs- und Innovationsplan erfreut: "Wesentliche Forderungen, die wir seit Jahren erheben, finden sich im Forschungsplan wieder, allen voran die notwendige Erstellung von mittel- und langfristigen Forschungsbudgets, die Bündelung der Forschungsagenden in einem bis maximal zwei Ministerien sowie die Errichtung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung zur Forschungsfinanzierung. "

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) müssen laut Forschungsplan bis 2005 jährlich um durchschnittlich zwölf Prozent angehoben werden. Das bedeutet für die Jahre 2003 bis 2005 einen kumulierten Mehraufwand von mehr als 1,2 Mrd. Euro. "Fraglich ist nach wie vor, wo die künftige Regierung die dafür nötigen Mittel hernehmen will. Schüssel und Grasser sind schon bisher die Antworten auf zentrale Fragen in der Forschungsfinanzierung schuldig geblieben", gab sich Grünewald skeptisch.

Für Grünewald müsse die kommende Regierung die Forschungspolitik jedenfalls als zentrale Aufgabe wahrnehmen, um im EU-Vergleich nicht noch weiter nach hinten zu rücken. "Österreich ist im jährlichen Innovationsranking der EU vom neunten auf den zehnten Platz abgerutscht. Die schwarz-blaue Regierung hat es nicht geschafft, die unrühmliche Situation der österreichischen Forschungsfinanzierung zu verbessern und die lange bekannten strukturellen und organisatorischen Probleme zu lösen", kritisierte Grünewald.

Als wesentliche Reformen fordern die Grünen die Bündelung der Forschungsagenden in einem Ministerium, die Sicherstellung langfristiger Forschungsfinanzierung über die Errichtung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung für Forschung und Technologieentwicklung, die Reduktion der zersplitterten Förderinstitutionen auf zwei große Fonds (FWF, FFF) mit langfristiger budgetärer Planungssicherheit, den weiteren Ausbau von Forschungsanreizen für Wirtschaft und Industrie, eine gezielte Nachwuchsförderung im Forschungsbereich in Anlehnung an internationale Vorbilder sowie die Installation eines Rats für Forschung und Technologieentwicklung als koordinierendes Gremium für die gesamte Forschungslandschaft nach dem finnischen Modell.

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