OTS0131 5 II 0280 PWK0006 Do, 12.Dez 2002
Politik / WKÖ / Pensionsreform

Pensionsreform: Leitl plädiert für Prinzip der individuellen Wahlfreiheit

Wirtschaft bewertet Bericht der Pensionsreformkommission positiv - Sozialpartner sollen Vorschläge für längerfristige Pensionsreform erarbeiten

Wien (PWK908) - Die Wirtschaftskammer Österreich betrachtet den
von der Pensionsreformkommission vorgelegten Bericht als eine wertvolle Grundlagenarbeit zu den Themen Invalidität, faire Pensionsberechnung und eigenständige Alterssicherung der Frau. WKÖ-Präsident Leitl: "Aufgrund der Altersentwicklung der Gesellschaft muss die neue Bundesregierung die nachhaltige Finanzierung des Pensionssystems für die nächsten Jahrzehnte sicherstellen. Zugleich müssen für den Arbeitsmarkt - etwa durch eine Senkung der Lohnnebenkosten für Ältere - Anreize geschaffen werden, die Erwerbsquote bei älteren Arbeitnehmern zu steigern. Nach Berechnungen des WIFO fehlen aber bis 2008 rund 140.000 Beschäftigte in der Wirtschaft. Das ergibt samt einem Anreizsystem gute zusätzliche Jobchancen für Ältere. Zugleich ist im Sinn einer effizienten und effektiven Prävention im Gesundheitswesen der Grundsatz zu verstärken, dass Rehabilitation vor Invalidität geht. Und nicht zuletzt bedarf es einer Ausweitung der Weiterbildungsangebote für Ältere. "

Grundsätzlich soll das System der Altersvorsorge in Österreich in Zukunft auf drei Säulen - umlagenfinanzierte gesetzliche Pensionsversicherung, betriebliche Zukunftsvorsorge und private Pensionsvorsorge - ruhen. Bei der gesetzlichen Pensionsversicherung soll es nach Überlegungen der Wirtschaft künftig eine Grundpension zusätzlich zu einem individuellen Pensionskonto geben. Das Prinzip der Wahlfreiheit der Versicherten, wann sie in die Pension überwechseln, ist durch versicherungsmathematisch berechnete Zu- und Abschläge zu flankieren. Leitl: "Nach diesem Prinzip kann jeder den Zeitpunkt des Pensionsantritts und die Höhe der Pension gemäß seiner Lebensplanung selbst festlegen." Eine mögliche Erhöhung der Lohnnebenkosten im Zug einer Pensionsreform wird von Leitl abgelehnt.

Positiv bewertet wird von Leitl der Vorschlag des ÖGB, die Sozialpartner sollten in einem Optionenbericht Vorschläge zur längerfristigen Alterssicherung erarbeiten: "Die Wirtschaft ist zu einer Mitarbeit bei einer Pensionsreform gerne bereit." (RH)

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