OTS0117 5 WI 0351 AKO0001 II Mi, 25.Sep 2002
Arbeitsmarkt / Lehrlinge / Arbeiterkammer OÖ

AK-Kritik: Tausende Jugendliche in OÖ ohne Lehrstelle oder Job

Linz (OTS) - "Rasch" hat die Regierung vor ihrem selbstgewählten Ende noch ein Maßnahmenpaket für Jugendliche gezimmert. So rasch, dass es sich dabei überwiegend um kurzfristige Maßnahmen zur Beschönigung der Statistik handelt. Die Unternehmer aber können sich freuen: der Löwenanteil der 600 Millionen Euro fließt direkt in ihre Taschen.

"An der Ausbildungsmisere in Österreich und dem wachsenden Problem der Jugendarbeitslosigkeit ändert das nichts", ärgert sich AK-Präsident Hubert Wipplinger. Mehr als 1600 Jugendliche suchten Ende August in Oberösterreich immer noch verzweifelt einen Ausbildungsplatz, zwei Drittel von ihnen sind Mädchen. Tausende arbeitslose Jugendliche zwischen 19 und 25 Jahren verschärfen die Situation auf dem Jugendarbeitsmarkt.

"Die jungen Menschen haben keine Perspektiven", warnt der AK-Präsident. "Sie brauchen dringend Beratung und konkrete Angebote, was sie aus ihrem Leben machen sollen." Zwischen Angebot und Nachfrage klafft eine riesige Lücke: während viele Jugendliche gern zukunftsorientierte Berufe wie EDV-Techniker lernen möchten, werden ihnen hauptsächlich Jobs im Gastgewerbe angeboten.

"Wir brauchen Alternativen", sagt dazu AK-Bildungsexperte Dr. Fritz Bauer. "Es kann nicht sein, dass Bundeskanzler Schüssel 40 Prozent der Jugendlichen in eine duale Ausbildung stecken will, egal, ob sie selbst das möchten oder nicht. Es geht um Wahlfreiheit!" Die Jugendlichen müssten selbst entscheiden können, ob sie lieber einen Beruf erlernen oder noch länger zur Schule gehen möchten. Benötigt würden deshalb nicht nur mehr Lehrplätze, sondern vor allem mehr Plätze in weiterführenden Schulen.

Kurzfristige Maßnahmen, wie das jetzt noch rasch beschlossene Konjunkturpaket, werden die Krise am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt nach Ansicht der Arbeiterkammer nicht lösen. "Vor allem dann nicht, wenn der Grossteil der Fördermittel direkt in die Taschen der Unternehmer wandert", kritisiert Wipplinger. "Wer Fachkräfte braucht, muss sie auch ausbilden. Und zwar gut ausbilden. Und ihnen nach Abschluss der Lehre die Möglichkeit geben, im Betrieb zu bleiben. Aber unserer Erfahrung nach werden viele junge Leute nur als billige Hilfskräfte ausgenutzt und dann auf die Straße gestellt". Das wird durch die dramatisch steigende Jugendarbeitslosigkeit (Oberösterreich Ende August: 5.167 Personen zwischen 15 und 25 Jahren, im Vergleich zum Vorjahr + 21.7 Prozent!) deutlich.

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