OTS0228 5 II 0341 KTI0001 Do, 12.Sep 2002
Innenpolitik / Vorausmeldung

Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - "Danke, Jörg, uns reicht's!" (von Manfred Posch)

Ausgabe vom 13. Sep. 2002

Klagenfurt (OTS) - Die Umfragewerte der Freiheitlichen Partei rasseln. In den Keller - wohin sonst!? Einer gestern veröffentlichten "Format"/OGM-Umfrage zunach würden zurzeit nur noch 16 Prozent der Österreicher die Haider-Partei wählen. Die Distanz der FPÖ zu den Grünen, deren Sonntagsfragewert auf gute 14 Prozent gestiegen ist, wird immer kleiner. Mit Abstand stärkste Partei: die SPÖ (36 Prozent) vor der ÖVP, die jetzt immerhin 31 Prozent auf die virtuelle Waage der Wählergunst bringt.

Woraus dies alles resultiert, ist sattsam bekannt. Haiders gegen das eigene Team gerichteter Vernichtungskurs hat instabile Verhältnisse geschaffen. Die blaue Basis versteht die Welt nicht mehr: Den "Anständigen" und "Fleißigen" ist der Boden unter den Füßen entzogen worden; Haider und dessen Rest-Soldateska sind zwar nach wie vor nicht zu unterschätzen, doch ihre Zielvorgaben sind unglaubwürdig geworden, sich daran zu orientieren, hat für das Gros der Jörg-Fanatiker, FP-Sympathisanten und Protestwähler keinen besondern Wert mehr.

Wen wunderts denn auch, dass die FP einen Parteiaustritt nach dem anderen registriert? Sogar im Kernland des Bärentalers erschallt aus eigenen Reihen der Ruf: "Danke, Jörg, uns reicht's!"

Von unwürdigen Spielen angewidert ist zum Beispiel der Veldener FP-Gemeinderatsklub. Wie die neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" gestern exklusiv berichtete, rechnen die blauen Wörther-See-Freiheitlichen mit ihrem einstigen Idol beinhart ab: Wir distanzieren uns von der Vorgangsweise der Parteiführung, die ihre eigene Regierungsmannschaft zu Fall bringt", heißt es in einem der KTZ zugespielten, von sieben Kommunalpolitikern unterschriebenen Brief. Und weiters: "Wir bedauern zutiefst, dass die Profilierungssucht und das Machtstreben Einzelner offensichtlich wichtiger ist, als das Wohl der Bevölkerung. Wir fühlen uns als Gemeinderäte von der Parteiführung missbraucht."

In einem Interview mit der "Austria Presse Agentur" erklärte der angesichts dramatischer Gunstverluste zum "FP-Chef" gepresste Sozialminister, er sähe sich als "Übersetzer und Erklärer der Haider'schen Ideen und Vorhaben". Auch so ein Sager. Was von Haiders Ideen und Vorhaben zu halten ist, haben die vergangenen Tage bewiesen. Und zu fragen bleibt, wie lange sich Herbert Haupt in der ihm plump und wenig mutig übergestülpten Rolle zu behaupten vermag.

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