OTS0063 5 II 0238 NGB0002 WI Mi, 10.Jul 2002
Politik / GPA / Molterer / Bundesanstalt für Bergbauernfragen

GPA kritisiert Liquidierung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen

Kritisches Forschungsinstitut soll mundtot gemacht werden

Wien (GPA). Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) protestiert gegen die von Bundesminister Molterer geplante Liquidierung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen. "Für die Auflösung dieses erfolgreichen, international anerkannten Forschungsinstitutes gibt es keine sachliche Rechtfertigung. Sie erfolgt aus kurzsichtigen, parteipolitischen Motiven und weil unabhängige Forschung offenbar von den großen Agrarlobbys nicht erwünscht ist", kritisiert GPA-Vorsitzender Hans Sallmutter.++++

Die Bundesanstalt für Bergbauernfragen hat sich national und international weit über die Agrarforschung hinaus einen Namen gemacht, indem sie wirtschaftliche und soziale Alternativen für die Berggebiete im Rahmen internationaler Kooperationen erarbeitete. Sie hat grundlegende Studien über die Möglichkeit zur Schaffung von gentechnikfreien Zonen, die ländliche Armut oder die Stellung der Frau im ländlichen Raum verfasst.

Das UNO-Jahr der Berge 2002, der Umweltgipfel 2002 in Johannesburg und die anstehende Ratifizierung der Protokolle der Alpenkonvention durch den österreichischen Nationalrat sollten Anlass sein, die Berggebietsforschung auszubauen. Eine bäuerliche Landwirtschaft in den Berggebieten, gesunde Nahrungsmittel für die KonsumentInnen und eine nachhaltige Entwicklung in den gebirgigen Regionen Österreichs haben nur Zukunft, wenn sie von einer starken Forschung, die in Zeiten der Globalisierung auch international vernetzt sein muss, begleitet werden. Die Bundesanstalt für Bergbauernfragen ist prädestiniert, dabei eine entscheidende Rolle einzunehmen. Statt der Liquidierung der BABF fordert die GPA daher den Ausbau zu einem "Europäischen Zentrum für Berggebietforschung und ökologisch sensible Zonen".

ÖGB, 10. Juli 2002 Nr. 581

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