OTS0187 5 II 0518 SPK020 Fr, 17.Mai 2002
SPÖ / Kuntzl / Frauen / Soziales / Beschäftigung

Kuntzl: Job-Offensive für Frauen - jetzt! (1)

Bundesregierung muss noch vor dem Sommer handeln

Wien (SK) "100.000 arbeitslose Frauen, 100.000 fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen und 1.583 junge Frauen, die keine Lehrstelle finden", machten die prekäre Situation für Frauen am Arbeitsmarkt deutlich, so SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl am Freitag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPÖ-Jugendsprecherin Gabriele Heinisch-Hosek. "Jetzt handeln, sonst explodieren diese Zahlen", forderte Kuntzl die Bundesregierung auf, noch vor dem Sommer Maßnahmen zu ergreifen.****

Weichen gestellt, würden bereits bei der Auswahl des Berufs und dem Berufseinstieg: Nach wie vor seien Frauen in Berufen konzentriert, die als "typische Frauenberufe", schlechte Aufstiegschancen und geringe Entlohnung mit sich bringen. Die nächste Weiche würde bei der Berufsunterbrechung, der sogenannten "Babypause", gestellt. Diese wirke sich stets lohnmindernd aus. Ein Jahr Unterbrechung bringe eine Einbuße von rund neun Prozent in der Gehaltsentwicklung. "Das bedeutet eine Verschlechterung der Berufschancen und eine Einkommensdifferenz, die sich im restlichen Berufsleben nicht mehr aufholen lässt", gab Kuntzl zu bedenken.

Je länger diese Berufsunterbrechung dauert, umso schwerer falle der Wiedereinstieg. Das Kindergeld sei in diesem Zusammenhang "ein Schleudersitz ohne Fallschirm", da einerseits der Kündigungsschutz für die gesamte Zeit des Kindergeldbezugs fehle. Und andererseits zwei Milliarden Euro an AMS-Mitteln ins Nulldefizit abgeführt wurden, was dazu geführt habe, dass Geld für Wiedereinsteigerinnen-Projekte nicht in gewünschtem Ausmaß zur Verfügung stehe. Die fehlenden 100.000 Kinderbetreuungsplätze würden das Übrige dazu tun, dass die Frauen von der Regierung vor die Wahl gestellt würden, "sich für Kind oder Job zu entscheiden".

Kuntzl kritisierte weiters, dass der zuständige Sozialminister Haupt im heute erschienenen Nachrichtenmagazin "profil" erklärte, dass der Kinderwunsch von einem Großteil der Männer und Frauen aufgrund der individuellen Lebensgestaltung nicht erfüllt werde: "Damit, dass fehlende Rahmenbedingungen auf die individuelle Lebensgestaltung abgeschoben werden, verabschiedet sich der Bundesminister aus der Verantwortung für die Frauen", sagte Kuntzl und erklärte weiter, Haupt möge sich "konsequenter Weise" auch aus seiner Funktion als Frauenminister verabschieden. "Tatsächlich fehlt die Stimme der Frauen in dieser Regierung", betonte Kuntzl.

Job-Initiative für Frauen im Detail

Zur von der SPÖ geforderten Job-Initiative für Frauen gehört die Ausweitung des Kündigungsschutzes auf die gesamte Bezugsdauer des Kindergeldes (30 Monate). Weiter ein Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit bis zum Schuleintritt des Kindes. Wichtig dabei sei das "Rückkehrrecht" auf einen Vollzeitarbeitsplatz. Als "wesentliche Rahmenbedingung" für die Berufstätigkeit von Frauen sei eine Kindergarten-Offensive zu starten, die bei einem Aufwand von jährlich 75 Millionen Euro in fünf Jahren den gewünschten Deckungsgrad bei den Kinderbetreuungseinrichtungen (zusätzliche 100.000 Plätze) ergeben würde. Dafür müsse "der Bund die Verantwortung übernehmen". Auch sollten für qualitativ hochwertige Projekte für Wiedereinsteigerinnen mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, forderte Kuntzl.

"Die Sicherung der Ausbildungschancen" sei langfristig "der beste Weg, um die Frauenarbeitslosigkeit zu bekämpfen", ist Kuntzl überzeugt. Das beginne bereits bei der Jugend: "Gegen Jugendarbeitslosigkeit nützen keine leeren Versprechen", so Kuntzl. Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin fordert daher eine "Ausbildungsgarantie für Jugendliche", die Einrichtung eines Lehrlingsfonds, einen Jugendbeschäftigungsgipfel und als Zusatzangebot zur dualen Ausbildung die Einrichtung einer Vollzeitberufsschule.

Abschließend sprach sich Kuntzl dafür aus, bereits in den Schulen bessere Berufsberatung durchzuführen, "damit Mädchen sich bereits bei der Ausbildung in Berufe wagen, die bisher eher männlich dominiert sind." (Forts.) up

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