OTS0049 5 WI 0327 AIZ001 Di, 23.Apr 2002
Landwirtschaft / Molkereien / NÖM / Milchpreis

NÖM senkt Erzeugermilchpreis um weitere 3 Cent je kg

Hagenow: Unerfreuliche Marktentwicklung in EU macht diesen Schritt notwendig

Wien, 23. April 2002 (AIZ). - Das niederösterreichische Molkereiunternehmen NÖM AG senkt den Erzeugermilchpreis rückwirkend per 01.04.2002 um 3 Cent je kg. Damit erhalten die Lieferanten der NÖM nunmehr für Milch der S-Klasse mit 4,1% Fett und 3,3% Eiweiß einen Brutto-Molkereipreis von 32,686 Cent per kg. Dies teilt das Unternehmen in einem Rundschreiben mit. NÖM-Vorstand Jürgen Hagenow begründet diesen Schritt mit der europaweit unerfreulichen Milchmarktentwicklung. Wie berichtet, hat die NÖM den Erzeugerpreis bereits per 01.03.2002 um 2 Cent je kg verringert.

"Auf Grund der BSE-Krise war im Jahr 2001 ein erhöhter Verzehr von Milch und Milchprodukten zu verzeichnen. Dieser positive Trend führte europaweit zu einer verstärkten Nachfrage nach Milch, was sich letztlich positiv auf den Milchpreis für die Bauern auswirkte", betont Hagenow. Mittlerweile sei jedoch ein verstärkter Druck am Milchmarkt festzustellen, wobei insbesondere die Bereiche Magermilch und Butter betroffen wären. Mittlerweile seien auch die Käsepreise unter Druck geraten. Entsprechend dieser Marktsituation befinde sich der Milchmarkt in Europa in einem deutlichen Abwärtstrend.

"Der NÖM AG ist es auf Grund erfolgreicher Produktinnovationen gelungen, den Anteil jener Milchmengen, die zu veredelten Produkten verarbeitet werden, in den letzten Jahren auf rund 70% zu erhöhen. Die restliche Milchmenge muss derzeit unter schwierigen Bedingungen abgesetzt werden, da sich die Preise für den Milchversand dramatisch reduzierten", berichtet der NÖM-Vorstand. Daher sehe man sich nun gezwungen, den Grundpreis mit 01.04.2002 um 3 Cent zu reduzieren.

Hagenow ersucht um Verständnis für diese Maßnahme, "da nicht mehr ausbezahlt werden kann als am Markt zu verdienen ist". Gleichzeitig stellt er ausdrücklich fest, "dass die mit den Obmännern getroffene Vereinbarung auf jeden Fall eingehalten wird". Die NÖM hat sich dabei verpflichtet, im Wirtschaftsjahr 2002/2003 mindestens den Preis der Berglandmilch zu bezahlen. Sollte dieser unter dem heimischen Durchschnittspreis liegen, dann wird der gesamtösterreichische Durchschnittspreis ausbezahlt.
(Schluss) kam

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 01/533-18-43, pressedienst@aiz.info
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst

***OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS***

OTS0049 2002-04-23/09:59