OTS0138 5 II 0267 FMB005 Do, 04.Apr 2002
Politik / Bildung / Unireform / Grüne

Grünewald: Kritik an Unireform von Rektoren bestätigt

Unireform erhöht ministeriellen und außeruniversitären Einfluss

OTS (Wien) - "Unsere Warnungen werden zunehmend von den Leitungsgremien und ExpertInnen der einzelnen Universitäten mitgetragen. Die Kritik an der Unireform wird nun auch weitgehend durch die Rektoren bestätigt", erklärt heute der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald. Grünewald legt Wert auf die Feststellung, dass es sich bei der Kritik keineswegs um gruppenspezifische Partialinteressen handle, sondern die Gesamtverantwortung gegenüber den Unis im Mittelpunkt stehe.

"Das universitätspolitische Ziel einer größeren Autonomie, d.h. die klare und eindeutige Verlagerung umfassender Entscheidungskompetenzen auf den Gebieten von Studium, Lehre und Forschung, des Haushalts, des Personals und der Organisation an die Universitäten ist und war immer ein Anliegen der Grünen und ist daher prinzipiell zu begrüßen. Die versprochene größere Autonomie wird allerdings dadurch konterkariert, dass der ministerielle und außeruniversitäre Einfluss erhöht wird", konkretisiert Grünewald seine Kritik.

Ein wesentliches Manko ist für die Grünen die Reduktion der universitären Autonomie und der Abbau der verfassungsrechtlich verankerten universitären Selbstverwaltung. Die Reduktion der Mitbestimmung an den Hochschulen und der Rückfall in autoritäre Strukturen ist ebenfalls inakzeptabel. Dies manifestiert sich in einem zunehmend arroganten und autoritären Umgang mit den Betroffenen. Darüber hinaus haben die Grünen bereits auf das Fehlen von Modellrechnungen über die anfallenden Kosten verwiesen, - der Rechnungshof rechnet mit höheren Kosten als zuvor. Und ein universitätspolitisches Gesamtkonzept ist ohnehin nicht auszumachen, so Grünewald ergänzend.

"Dass sich die Bundesregierung hier stur und unbeweglich zeigt, obwohl keine einzige Universität in Österreich den vorgelegten Gesetzesentwurf in wesentlichen Teilen unterstützt, ist beispiellos anmaßend", schließt Grünewald.

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