OTS0127 5 WI 0562 AIZ002 Fr, 08.Mär 2002
Landwirtschaft / Milchpreis / EU

Österreichischer Bauernmilchpreis lag 2001 im EU-Spitzenfeld

Heimischer Milchpreis übertraf im November 2001 den deutschen Wert

Wien, 8. März 2002 (AIZ). - Die österreichischen Bauernmilchpreise stiegen 2001 im Jahresverlauf stark an und lagen im Jahresmittel deutlich über dem EU-Schnitt. Dies geht aus einem internationalen Preisvergleich des niederländischen Bauernverbandes LTO, der diese Erhebungen monatlich durchführt, hervor. Demnach wurden im Jahresschnitt 2001 innerhalb der EU für Milch mit 4,20% Fett und 3,35% Eiweiß EUR 32,04 je 100 kg gezahlt. An der Spitze der namhaften Molkereiunternehmen der Union lag Parmalat (Italien) mit EUR 36,96, an letzter Stelle die britische Molkerei First Milk mit EUR 27,98. Die Alpenrepublik lag gemäß einer Auswertung der Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) mit EUR 33,18 im Spitzenfeld. Berücksichtigt man hier noch die - auf Grund der klein strukturierten Produktion und der geografischen Benachteiligungen -höheren Erfassungskosten, so käme man auf einen heimischen Schnitt von EUR 34,71 je 100 kg.

Die von LTO erhobenen Erzeugermilchpreise wurden alle auf Basis einer Jahresanlieferung ab 350.000 t, einer Milch mit 50.000 Keimzahl und 300.000 Zellzahl sowie ohne Umsatzsteuer berechnet. Die dabei berücksichtigten Molkereiunternehmen repräsentieren rund 50% der EU-Milchproduktion.

Mehr Milchgeld als die österreichischen Milchbauern erhielten im Jahresschnitt 2001 jene italienischen Milchbauern, die an Parmalat lieferten, nämlich EUR 36,96 je 100 kg. An zweiter Stelle rangierte in der LTO-Erhebung die niederländische Molkerei Friesland Coberco Dairy mit EUR 34,01, an dritter die finnische Kymmpi-Gruppe mit EUR 33,21. Danach kommt bereits der österreichische Durchschnittspreis von EUR 33,18.

Schlusslicht Großbritannien und Schweden

Mit EUR 27,98 beziehungsweise EUR 29,11 erlösten die britischen Farmer, die an First Milk und Express Dairies lieferten, weit weniger für ihren Rohstoff, auch der schwedische Molkereigigant Arla Foods zahlte nur EUR 30,62 je 100 kg.

Neuseeländische Milchverarbeiter zahlen nur EUR 17,65

Ein Vergleich der europäischen Milchpreise mit jenen, die von wichtigen Mitbewerbern am Weltmarkt gezahlt werden, ist äußerst aufschlussreich: Während in den USA im Vorjahr durchschnittlich EUR 36,59 je 100 kg gezahlt wurden, also mehr als in der EU, lag der neuseeländische Erzeugermilchpreis mit EUR 17,65 nicht einmal bei der Hälfte. Daraus wird ersichtlich, warum Neuseeland so erfolgreich auf dem Weltmarkt ist, warum es keine Stützungen für den Export von Milchprodukten beansprucht und innerhalb der WTO gleiches von anderen Ländern fordert.

Alpenrepublik im Dezember-Vergleich noch weiter vorne

Im jüngsten LTO-Vergleich der Erzeugermilchpreise vom Dezember 2001 liegt Österreich auf Grund der im Jahresverlauf vorgenommenen Preiserhöhungen noch weiter vorne: Das EU-Mittel wird von LTO mit EUR 33,12 angegeben, der höchste Wert wurde von Glanbia (Irland) mit EUR 37,30 erreicht, der tiefste abermals von der britischen First Milk Company mit EUR 29,25. Österreich käme in der LTO-Rangliste mit EUR 36,13 (ohne Berücksichtigung der höheren Erfassungskosten) an der dritten Stelle zu liegen.

Österreich überholte Deutschland gegen Jahresende 2001

Die regelmäßig von der Agrarmarkt Austria vorgenommene Milchpreiserhebung, basierend auf den tatsächlichen Fett- und Eiweiß-Werten, ergibt für Jänner 2001 einen österreichischen Durchschnittspreis von EUR 31,32 je 100 kg. Im Laufe des Jahres wurde der Auszahlungspreis der Molkereien kontinuierlich gesteigert und kletterte bis November 2001 auf EUR 36,99.

Ein Vergleich mit Deutschland (auf Basis 3,7% Fett und 3,4% Eiweiß) ergibt, dass die österreichischen Molkereien im Schnitt zu Jahresbeginn 2001 noch spürbar weniger als jene in der Bundesrepublik zahlten, im November 2001 wurden aber sowohl die bayerischen als auch die gesamtdeutschen Durchschnittswerte übertroffen.
(Schluss) kam

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