OTS0227 5 CI 0284 NAE003 II Do, 18.Okt 2001
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Teure Ambulanzen, ja oder nein?

Salzburg (OTS) - Die Aussagen in den Medien zu den Ambulanzkosten zweier österreichischer Krankenanstalten sind widersprüchlich. Laut Direktor Max Laimböck kostet die Ambulanz an der Uniklinik Innsbruck öS 358,- pro Behandlung, laut Landesrätin Dr. Maria Haidinger im LKH-Salzburg 1.600,- pro Behandlung

"Auf jeden Fall sind solche Zahlen mit Vorsicht zu behandeln, da genaue Berechnungen nicht vorliegen und wir an den nun veröffentlichten Zahlen berechtigte Zweifel haben", so Dr. Walter Arnberger, Gynäkologe aus Neumarkt am Wallersee und Vizepräsident der Salzburger Ärztekammer.

"Eines steht derzeit fest: In Krankenhäusern kommt es automatisch zu einer Vermischung von stationärem und ambulantem Bereich und der Kosten dafür", so der Ärztesprecher weiter.

Die defizitären Sozialversicherungen würden niemals um 30% mehr für Behandlungen in Krankenhausambulanzen bezahlen, als die tatsächlichen Kosten (lt. Laimböck s.o.) dafür sind.

Die Ärztekammer für Salzburg hält dazu fest:

Spitalsambulanzen müssen als Spezial- und Notfallambulanzen eingerichtet sein. Spitalsärzte müssen den Auftrag haben, Fälle, die nicht der Akut- oder Spezialbehandlung bedürfen, an niedergelassene Ärzte zu verweisen.

Allgemeine Fälle können und müssen wohnortnah bei niedergelassenen Ärzten für Allgemeinmedizin und bei Fachärzten versorgt werden.

Die niedergelassenen Ärzte müssen die Möglichkeit bekommen, sich zeitgemäß und kosteneinsparend zu organisieren, wie etwa durch Gruppenpraxen, neue Kassenleistungen (z.B. "Hauskrankenpflege"), umfassende Bereitschaftsdienste, Errichtung neuer Kassenvertragsstellen im Fall von echter Auslagerung medizinischer Leistungen aus dem Spitalsbereich.

Ein wichtiges Anliegen im österreichischen Gesundheitswesen liegt in der Gesundheitsvorsorge. Der niedergelassene Arzt kennt seine Patienten, dort kann auch eine umfassende Prophylaxe angeboten werden.

Der Bürokratismus muss abgebaut werden. Die niedergelassenen Ärzte brauchen mehr Zeit für ihre Patienten anstatt für Auflagen, Formulare und Bewilligungen! (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Walter Arnberger
Vizepräsident der Ärztekammer für Salzburg und
Obmann der Kurie der niedergelassenen Ärzte
Tel.: 0664/242 06 05

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OTS0227 2001-10-18/16:58