OTS0234 5 II 0319 SPK020 Mi, 28.Mär 2001
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Heinisch-Hosek: Bildungspolitik der Regierung heißt 'Lehrer raus, Disziplin rein'

Wien (SK) "Die Frau Vizekanzler hat gesagt, Zehnjährige sind nicht in der Lage, sich zu artikulieren. Ich bin sehr wohl der Meinung, dass sich Kinder mit ihrer Sprache ausdrücken können. Es stellt sich nun die Frage, wie ernst die Kinder von der Regierung genommen werde", so die SPÖ-Bereichssprecherin für Kinder und Jugend, Gabriele Heinisch-Hosek, am Mittwoch im Nationalrat. "Bei den drei Anträgen soll es um das Wohl der Kinder gehen. Bei einem Antrag würde ich das bezweifeln", betonte die Abgeordnete in Bezug auf die geplanten Erziehungsvereinbarungen. "Schule muss auch Raum für Konfliktaustragung und Konfliktbewältigung sein. Kinder sind nicht nur Schülermaterial." ****

Man müsse berücksichtigen, dass Kinder einen Großteil ihrer Zeit in der Schule verbringen. "Wo glauben sie, fühlen sich Kinder wohler? In überfüllten Klassen oder in überschaubaren Kleingruppen?" fragte Heinisch-Hosek in Richtung Regierungsbank. "Kinder kommen nicht in die Schule und funktionieren. Es gibt Scheidungskinder, Waisen, Kinder die geschlagen wurden." Gerade für diese Kinder wären LehrerInnen mehr als Wissensvermittler. "Lehrer fungieren auch als Partner und Partnerinnen", so die Abgeordnete.

Der Vorschlag der Regierung zu den Erziehungsvereinbarungen würde darauf hinauslaufen, dass eine Gruppe zuerst Maßnahmen vereinbart und anschließend würden ohne Diskussion mit dem betroffenen Schüler Konsequenzen gezogen. "Das sind ihre kinderfeindlichen Sparmaßnahmen:
Lehrer raus, Disziplin rein", kritisierte die Abgeordnete. Es gebe bereits in zahlreichen Schulen alternative Modelle zur Konfliktbewältigung, wie zum Beispiel die Meditation. "Warum kann man diesen Antrag nicht positiv formulieren und auf Alternativmodelle eingehen?"

Ein Schwachpunkt der Erziehungsvereinbarungen wäre, dass das Instrument der Verwarnung wegfallen würde, Schüler könnten bei Verfehlungen gleich von der Schule verwiesen werden. Weiters würden Experten im Erziehungsbeirat fehlen. "Ich habe in meiner Tätigkeit selbst oft gemerkt, wie wichtig der Rat von Fachleuten, wie etwa Psychologen, ist", bekräftigte Heinisch-Hosek. "Diese schwarze Pädagogik vertreten wir nicht. Daher werden wir dem Antrag nicht zustimmen", schloss die Abgeordnete. (Schluss) sw

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