OTS0217 5 II 0409 VPK007 Mi, 28.Mär 2001
ÖVP / Nationalrat / Bildung / Amon ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

AMON: MÜSSEN AUCH LEHRERN ERZIEHUNGSMITTEL IN DIE HÄNDE GEBEN Internationale Studien belegen, dass Schüler einen Ordnungsrahmen brauchen

Wien, 28. März 2001 (ÖVP-PK) Es ist notwendig, an den Schulen -und der Wunsch kommt von der Lehrerschaft - einen Ordnungsrahmen zu schaffen. Dabei soll in partnerschaftlicher Art und Weise ausgehandelt werden, welche Konsequenzen es hat, wenn man sich nicht an diesen Ordnungsrahmen hält. Es ist unfair, wenn SPÖ-Abgeordneter Antoni dabei immer von "Steinzeitpädagogik" oder "Rohrstaberlmentalität" spricht. Darum geht es überhaupt nicht. Das sagte heute, Mittwoch, der ÖVP-Fraktionsvorsitzende im Unterrichtsausschuss Abg. Werner Amon im Plenum des Nationalrats. ****

Er, Amon, stehe nach wie vor dazu, hier eine gemeinsame Vorgehensweise zu finden. Antoni müsse aber zur Kenntnis nehmen, dass es der Bildungsministerin unbenommen bleiben müsse, einen Entwurf in Begutachtung zu schicken, der eine Diskussionsgrundlage darstelle. "Ich wünsche mir, dass wir zu einem parteienübergreifenden schulpartnerschaftlichen Gespräch kommen. Es wäre im Interesse aller Schulpartner, hier eine gemeinsame Vorgangsweise zu finden.".

Immer wenn ein gesellschaftspolitisches Problem auftauche, würde der Ruf nach der Schule, die dieses Problem lösen müsse, erschallen. "Wir können aber all diese Probleme nicht lösen, wenn wir nicht auch den Lehrern, die eine wesentliche Verantwortung in der Erziehung haben, gewisse Erziehungsmittel in die Hände geben", sagte Amon. Internationale Studien würden belegen, dass Schüler einen Ordnungsrahmen brauchen. Eine Verhaltensvereinbarung, die für alle gilt, würde die Qualität der Schule verbessern, zeigte sich Amon überzeugt. "Schul-, Haus- und Klassenordnungen sind Regelwerke für das Zusammenleben und daher unabdingbare Notwendigkeit. Ich halte es für notwendig, dass Verstöße gegen solche gemeinsame Vereinbarungen auch Konsequenzen haben. Welche das sind, sollten die Schulpartner untereinander ausmachen."

Zu dem vom Grünen Abgeordneten Brosz eingeforderten Stufenplan hinsichtlich der Klassenschülerhöchstzahlen meinte Amon, dass er in diesem Bereich nicht die oberste Priorität sehe. Beim Schüler-Lehrer-Verhältnis liege Österreich im europäischen Schnitt sehr gut, verwies der Abgeordnete auf absolute Zahlen: In Österreich gebe es insgesamt 41.500 Schulklassen. In 33.700 Schulklassen gebe es weniger als 25 Schüler pro Klasse, in 7.800 würden die Schülerzahl darüber liegen. Berücksichtige man, dass die Eröffnungskosten für eine AHS-Unterstufe 7,3 Millionen Schilling betragen, dann komme man bei 7.800 Klassen auf mehr als 50 Milliarden Schilling. Amon: "Dass dies eine Utopie ist, wird jeder nachvollziehen können." Selbst wenn man bei dieser Rechnung nur 2.500 Klassen veranschlage, komme man noch immer auf Mehrkosten von 20 Milliarden Schilling. Amon erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass in vielen Fächern auch die Möglichkeit zur Teilung von Klassen besteht. Damit komme man einer modernen Pädagogik entgegen.
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