OTS0157 5 WI 0318 OGV002 II Di, 16.Jän 2001
Politik / Gewerbe / Beamte ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

Gewerbeverein: Beamtenkarriere adieu - auch nicht jeder Angestellte steigt auf.

Wien (OTS) - Furchtbares ist passiert: Staatssekretär Finz will tausende öffentlich-rechtliche Führungspositionen streichen -Beamtenkarrieren sind somit auf Lebenszeit verbaut. Ähnliches haben wir schon vernommen, als es um neue Ansätze der Uni-Laufbahnen ging -jetzt soll nicht mehr jeder Assistent automatisch habilitiert werden. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) gratuliert Finz zu diesem Ansatz:

- Man kann nicht einsehen, dass im Bundesministerium für Landesverteidigung über hundert Mitarbeiter im Generalsrang sitzen.

- So gut wie jeder Unteroffizier im Bereich dieses Ministeriums erlangt den höchstmöglichen Dienstgrad eines Vizeleutnants.

- 99 Prozent der Einreicher einer Habilitationsarbeit an der Uni Wien werden auch habilitiert - die müssen wohl in Exzellenzcenters arbeiten. Während in Deutschland die Relation Professoren/Dozenten drei zu eins beträgt, ist diese Rate in Österreich genau umgekehrt, auf einen Professor kommen drei habilitierte Nicht-Professoren - und die sind in der Warteschlange.

- Es gibt kein Ministerium, in dem ein Akademiker nicht jedenfalls Ministerialrat wird.

Die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Grundsätzlich sind Beamte Angestellte im Bundesdienst - nicht mehr und nicht weniger. Einige müssen geschützt werden - etwa Richter, Exekutivbeamte, etc. - da sie in ihrer mit dem Amt verbundenen Überparteilichkeit unter Druck gesetzt werden könnten. (Selbst diese sind ja nicht Manns oder Fraus genug, ihr Schicksal bezüglich politischer Interventionen bis in den SPIEGEL hin öffentlich zu beweinen - sie sollten sich aus ihren zu Recht geschützten Positionen heraus etwas akkurater benehmen)

Der öffentlich-rechtliche Dienst wird nicht umhinkommen Karrieremöglichkeiten zu normalen Dienstverhältnissen hin zu öffnen -superprivilegierende Pensionsregelungen sind da bestimmt kontraproduktiv.

Wenn ein Beamter gut ist - hier gilt die Unschuldsvermutung - dann wird er/sie es auch in der privaten Wirtschaft zu einer ansehnlichen Karriere bringen. Einfach nur nach dem "Peter-Prinzip" mit dem Beförderungs-Paternoster durch Zeitablauf hochgezogen werden - das wird für eine moderne öffentliche Administration künftig wohl nicht mehr ausreichen.

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