OTS0284 5 II 0983 NVL013 Mo, 04.Dez 2000
Politik / IBK / Sausgruber / Vorarlberg ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

IBK: Zwei erfolgreiche Vorarlberger Jahre BILD

21. Konferenz der IBK-Regierungschefs - Vorarlberg übergibt Vorsitz an Appenzell Ausserrhoden

Bregenz (VLK) - "Zukunfts-Impulse für unsere Regio
Bodensee" - Unter diesem Motto tagte am Montag, 4. Dezember
2000, die 21. Konferenz der Regierungschefs der
Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) unter dem Vorsitz von IBK-Präsident Landeshauptmann Herbert Sausgruber im
Festspielhaus Bregenz. Sausgruber zog dabei eine positive
Bilanz über zwei Jahre Vorarlberger Vorsitz: Das Projekt
Bodensee Universität wurde auf Schiene gebracht, die
Einführung der Bodensee Tageskarte wurde beschlossen, mit dem Agenda 21-Prozess wurden bzw. werden wichtige Impulse in
Sachen Nachhaltigkeit gesetzt. Als neues IBK-Mitglied
hinzugekommen ist der Kanton Zürich. Landeshauptmann
Sausgruber übergab den Vorsitz an den Landammann des
Schweizer Kantons Appenzell Ausserrhoden, Hans Altherr. ****

Die Delegationen der IBK-Mitgliedsländer und -kantone
wurden anlässlich der 21. IBK-Konferenz angeführt von:
Landeshauptmann Herbert Sausgruber (Vorsitz; Vorarlberg), Ministerialdirektor Rudolf Böhmler (Baden-Württemberg), Ministerialdirektor Heinz Fischer-Heidlberger (Bayern),
Landammann Hans Altherr (Appenzell Ausserrhoden), Landammann
Carlo Schmid (Appenzell Innerrhoden), Regierungsrat Ernst
Neukomm (Schaffhausen), Regierungsrat Peter Schönenberger
(St. Gallen), Regierungsrat Hermann Lei (Thurgau),
Regierungsrätin Dorothée Fierz (Zürich) und Regierungschef-Stellvertreter Michael Ritter (Fürstentum Liechtenstein).

IBK seit 1972 aktiv

Die Internationale Bodenseekonferenz IBK wurde 1972
gegründet, ihr gehören die deutschen Länder Baden-Württemberg und Bayern, die Schweizer Kantone St. Gallen, beide
Appenzell, Schaffhausen, Thurgau und Zürich, das Fürstentum Liechtenstein sowie Vorarlberg an.

Wichtiges Projekt Bodensee Hochschule (IBH)

Die Bemühungen zur Weiterentwicklung des wichtigen
Projektes Bodensee Hochschule liegen derzeit verstärkt auf
den Vorbereitungen eines Kooperationsrates. Im Juli 2000
wurde von elf Rektoren von Universitäten und Fachhochschulen
in der Region eine "Regio-Rektorenkonferenz" ins Leben
gerufen. Landeshauptmann Sausgruber: "Damit ist eine wichtige
Stufe zur Entwicklung der IBH erreicht".

Im Visier: Kooperationsrat

Als Nächstes soll ein neu einzurichtender Kooperationsrat
die Zulassungs- und Immatrikulationssatzungen koordinieren
und versuchen die verschiedenen Studien- und
Prüfungsordnungen anzupassen bzw. dafür
Anrechnungsmodalitäten ausarbeiten. Darauf aufbauend wird ein Vertrag zur rechtlichen Institutionalisierung der
Zusammenarbeit unter den Bodensee-Hochschulen angestrebt.

Bei allen Bemühungen im Zuge des Projektes IBH wird eine
enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft angestrebt,
insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen soll die
angewandte Forschung und Entwicklung und der angestrebte
Wissens- und Technologietransfer zu Gute kommen. Auch sollen Kontakte zu Förder- und Forschungseinrichtungen geknüpft und Spin-off's unterstützt werden.

Appell an die Universitäten

Angesichts der aktuellen Entwicklung der IBH für die Regio Bodensee betonten die Regierungschefs die Bedeutung der
Teilnahme aller Hochschulen der Region an diesem Projekt. Sie richteten daher in Bregenz eindringlich einen Appell,
speziell auch an die universitären Hochschulen des
Bodenseeraumes, sich am Projekt IBH zu beteiligen.

Verkehrs-Meilenstein: Bodensee Tageskarte

Große Hoffnungen in der Weiterentwicklung der Region sehen
die Regierungschefs der IBK im Projekt Bodensee Tageskarte.
Damit wird der Bodenseeraum die erste europäische Region, die grenzüberschreitend Verkehrsleistungen zu einem einheitlichen
Tarif anbietet. Die Bodensee Tageskarte richtet sich an
Feriengäste und Bewohner in und um den Bodenseeraum
gleichermaßen. Besonders günstig wird sie für Familien
angeboten. Sie ist auch für mehrere Tage erhältlich und kann
für das ganze Bodenseegebiet oder für Teilregionen gelöst
werden. Dabei kann der Benutzer eine Tageskarte nach seinen Bedürfnissen zusammensetzen.

Die Karte wird von Schaffhausen bis an den Arlberg, von Aulendorf bis nach Sargans im St. Galler Rheintal gelten. Sie schließt die Schifffahrt auf Bodensee, Untersee und Rhein ein
und hat einen familienfreundlichen Preis. Eine Tageskarte
wird 30 Franken (rund 260 Schilling), eine Familien-
Tageskarte 60 Franken (520 Schilling) kosten. Sausgruber:
"Die Tageskarte ist das Ergebnis intensiver konstruktiver Verhandlungen zwischen der IBK und den Anbietern im
öffentlichen Verkehr". Der Start soll per April 2002
erfolgen.

Gegen Streichung der Interregio-Verbindungen

Klare Vorstellungen haben die IBK-Regierungschefs
bezüglich des grenzübergreifenden Bahnangebotes in der Bodenseeregion. Sie lehnen den Plan der Deutschen Bahn AG entschieden ab, zum nächsten Fahrplanwechsel den Interregio-Verkehr auf der Südbahn zwischen Ulm-Friedrichshafen-Linau
und auf der Schwarzwaldbahn zwischen Konstanz-Offenburg einzustellen.

Die IBK-Regierungschefs fordern die deutsche
Bundesregierung und die Deutsche Bahn AG auf, entsprechende Finanzmittel für den Ausbau der Eisenbahnstrecke München-Memmingen-Lindau zeitnah zur Verfügung zu stellen, damit der Einsatz von Neigetechnikzügen des Fernverkehrs auf dieser
Relation baldmöglichst erfolgen kann.

Agenda 21: Signal in Sachen Nachhaltigkeit

Die IBK unterstreicht in einer gemeinsamen Erklärung die Bedeutung der "Bodensee Agenda 21" für den Weg ins 21.
Jahrhundert: Mit dem ganzheitlichen Ansatz des Agenda 21-
Gedankens wird für die Regio Bodensee erstmals eine
Gesamtvorsorge betrieben, die den Ausgleich zwischen Sozial-, Wirtschafts- und Umweltgesichtspunkten sucht und damit die Lebensqualität der Menschen in der Region erhöht.

Die "Bodensee Agenda 21" versteht sich als
Vernetzungsplattform, Koordinator und Impulsgeber. Sie will
für die vielfältig vorhandenen Ideen Starthilfen geben und
für bereits laufende Projekte grenzüberschreitend günstige Rahmenbedingungen schaffen. Durch Aktionen - wie etwa die
Auslobung eines großen Ideenwettbewerbs, die Durchführung von Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen sowie dem
Aufbau von Vernetzungsinfrastrukturen rund um den See -konnte bereits eine Vielzahl der Agenda-Aktiven in der Region
angesprochen und für eine aktive Mitarbeit gewonnen werden.

Appenzell-Ausserrhoden übernimmt IBK-Vorsitz

"Mutig und risikofreudig förschi (vorwärts) machen": Nach
der Konferenz erfolgte die offizielle Übergabe des IBK-
Vorsitzes von Vorarlberg an Appenzell-Ausserrhoden.
Landeshauptmann Herbert Sausgruber überreichte seinem
Nachfolger für die Periode 2001/2001, Landammann Hans
Altherr, symbolisch das Bodensee-Ruder.

Für den künftigen Präsidenten der IBK, stehen folgende
Themen konkret an:
- Verstärkter gemeinsamer Auftritt als Wirtschafts- und Tourismusregion sowie ganz allgemein als Lebensraum,
- Förderung des öffentlichen Verkehrs,
- Vernetzung der Autobahnen,
- Fortführung der verschiedenen laufenden Umweltprojekte (Schifffahrt, Landwirtschaft/Gewässerschutz, Tourismus),
- verbindende kulturelle Ereignisse auf dem und um den
Bodensee unterstützen,
- Intensivierung der Zusammenarbeit der Hochschulen im
Bodenseeraum (IBH),
- Durchführung von verschiedenen Symposien in den Bereichen Gesundheitsförderung und Agenda 21.

Altherr: Beitrag zur Weiterentwicklung als gelebte Region

Landammann Altherr: "Wir nehmen uns für die zwei Jahre
einiges vor: Wir möchten zur Weiterentwicklung des
Bodenseeraumes als einer gelebten Region auf unsere -
appenzellische - Art unseren Beitrag leisten. Und das heisst:
nüchtern, pragmatisch, mit Sinn für Realisierbare, aber auch
mit hartnäckiger und effizienter Arbeit. Das heisst aber
auch: mutig und risikofreudig förschi (vorwärts) machen". (tm/alf/dig,nvl)

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