OTS0203 5 WI 0461 PWK003 Fr, 17.Nov 2000
Wirtschaft / Politik / WKÖ / Slowakei ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

EU-Beitrittsverhandlungen: Slowakei hält seinen ambitionierten Zeitplan ein

10 von 16 Kapitel sind bereits abgeschlossen - 2002 soll der Acquis erreicht sein

Wien (PWK994) - Der Generaldirektor für europäische Angelegenheiten im slowakischen Außenministerium, Miroslav Adamis, präsentierte in der Wirtschaftskammer Österreich den neuesten Stand der EU-Beitrittsverhandlungen der Slowakei. "Seit dem Start der Verhandlungen im vergangenen Jahr konnten bereits 10 von insgesamt 16 Kapitel abgeschlossen werden. 2001 sollen die Verhandlungen der restlichen Kapitel eröffnet und 2002 der Acquis Communautaire voll übernommen sein", skizzierte Adamis seinen ambitionierten Zeitplan. Nach der Ratifizierung des Beitrittsvertrages im Jahr 2003, könnte der Eintritt in die EU somit ab 2004 erfolgen. "Eine Intensivierung der Geschäftsbeziehungen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und den Beitrittskandidaten würde uns bei unseren Beitrittsvorbereitungen sehr unterstützen", betonte Adamis und ersuchte die österreichischen Unternehmen bei ihren langfristigen, strategischen Planungen nicht auf die künftigen EU-Mitgliedsstaaten zu vergessen.

"Gewisse Zweifel über diesen Zeithorizont erheben sich allerdings aufgrund der Tatsache, dass es in der Slowakei in vielen Bereichen noch Probleme bei der Implementierung des EU-Rechtsbestandes gibt", erklärte Österreichs Handelsdelegierter in Pressburg, Josef Altenburger, ebenfalls bei der EU-Veranstaltung in der WKÖ. Handlungsbedarf sei vor allem beim konsequenten Aufbau entsprechender Institutionen im Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Zollbereich gegeben. Ebenso bedürfe es einer grundlegenden Verbesserung des Justiz- und Gerichtswesens sowie im Bereich der Normierung und Zertifizierung.

Die von der EU zur Beschleunigung des Anpassungsprozesses zur Verfügung gestellten Finanzmitteln im Rahmen von PHARE, ISPA und SAPARD stellen in diesem Prozess eine große Unterstützung für die Regierung dar. In manchen sensiblen Bereichen wie zB Landwirtschaft, Umwelt sowie beim freien Personen- und Dienstleistungsverkehr werden sicherlich für alle Beteiligten akzeptable Übergangslösungen vereinbart werden müssen.

"Für österreichische Firmen eröffnen sich in den nächsten Jahren große Möglichkeiten, zumal im Vorfeld des EU-Beitrittes die Regierung zahlreiche Investitionen in den Bereichen Umweltschutz, Energie und Infrastruktur aber auch Tourismus tätigen wird", berichtete Altenburger. Der Außenhandel zwischen Österreich und der Slowakei habe sich seit der Unabhängigkeit der Slowakischen Republik im Jahr 1993 äußerst dynamisch entwickelt und mit einem Handelsvolumen von rund 20 Mrd Schilling eine Verdreifachung erreicht. Im wesentlichen bestehen die österreichischen Exporte aus Investitionsgütern, Halbfertigwaren, Chemieprodukten, Konsumgütern und Nahrungsmitteln. Die Importe sind geprägt von Rohstoffen wie Holz, aber auch in zunehmendem Ausmaß von Maschinen und insbesondere Pkw-Lieferungen, Treibstoffen, Chemikalien sowie Halbfabrikaten und Konsumgütern.

Nach einem leichten Rückgang der österreichischen Exporte auf 9,2 Mrd Schilling im Vorjahr erreichten diese im ersten Halbjahr 2000 zwar wieder einen Zuwachs von rund 11 Prozent, die slowakischen Lieferungen nach Österreich allerdings um 34 Prozent, wodurch heuer ein Handelsdefizit von über 3 Mrd Schilling zu erwarten ist. Als Investitionsland liegt Österreich mit 17 Prozent der gesamten Auslandsinvestitionen in der Slowakei nach Deutschland an zweiter Stelle - vor Ländern wie USA, Frankreich, Italien und Großbritannien. (Ne)

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