OTS0176 5 II 0292 FMB002 Di, 07.Nov 2000
Grüne / Schule / Bildung / Budget ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

Brosz: Budgetbegleitgesetze bringen massive Verschlechterungen in Schule

Regierung bricht Versprechen und spart im Bildungsbereich

Wien (OTS) Gut versteckt hinter der Regierungskrise werden heute im Budgetausschuß von den Regierungsparteien massive Einschnitte im Bildungssystem eingebracht. "Die Neuregelungen beim LehrerInnen-Dienstrecht haben den Abbau von mehreren tausend Dienststellen zur Folge. Durch die Herausnahme der Klassenvorstands-und Kustodiatsregelungen aus der Lehrverpflichtung wird jedeR LehrerIn mehr Stunden in der Klasse verbringen. Dadurch wird es an jeder einzelnen Schule zum Abbau von Arbeitsplätzen kommen. JunglehrerInnen wird der Berufseinstieg in den nächsten Jahren massiv erschwert. Die Zulagen, wie sie jetzt eingeführt werden sollen, werden außerdem zu einer beträchtlichen finanziellen Abwertung dieser Leistungen führen," kritisiert der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz.

"Weniger LehrerInnen pro Schule haben höhere Klassenschülerzahlen zur Folge. Obwohl sich alle ExpertInnen einig sind, dass vor allem auf Grund der neuen Anforderungen eine Senkung der Klassenschülerzahlen notwendig wäre, will die Regierung offenbar zu den Klassenschülerzahlen der pädagogischen Steinzeit zurückkehren. Offenes Lernen, Projektunterricht oder Fördermaßnahmen werden damit verunmöglicht", so Brosz weiter.

"Abzulehnen ist auch die Neuregelung und Kürzung der Überstundenzuschläge. Dadurch werden Überstunden weit billiger als normale Stunden. Für die Schulen, die ja zunehmend unter Spardruck geraten, wird es daher lukrativer, die StammlehrerInnen mit Überstunden zuzuschütten als neue LehrerInnen zu beschäftigen. Sind überarbeitete und ausgepowerte LehrerInnen die Wunschvorstellung der Bildungsministerin?", fragt sich der Bildungssprecher der Grünen.

"Viele LehrerInnen fühlen sich in Ihren Leistungen herabgewürdigt, wenn Klassenvorstandstätigkeiten plötzlich als Verwaltungsarbeit bezeichnet wird. Gerade Klassenvorstände haben als ProblemlöserInnen in den Klassen sehr sensible pädagogische Aufgaben. Es ist daher völlig unverständlich, wenn aus budgetären Gründen die Tätigkeit einfach umdefiniert wird. Die Regierung ist auf dem besten Weg dazu, die Gesprächsbasis mit den LehrerInnen nachhaltig zu zerstören", so Brosz abschließend.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 40110-6697
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at

Pressebüro der Grünen im Parlament

OTS0176 2000-11-07/12:35