OTS0048 5 II 0295 NSN002 CI Fr, 22.Sep 2000
Politik / Flüchtlinge / Niederösterreich ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

LR Knotzer: Traiskirchen darf für Streitereien zwischen Strasser und Haider nicht büßen

Hunderte Flüchtlinge verschwanden aus Traiskirchen wieder in die Illegalität

St. Pölten, (SPI) - "Eines steht für mich fest: Traiskirchen darf für die Streitereien zwischen Innenminister Ernst Strasser und Landeshauptmann Haider wegen der vom Bund ausgelaufenen Betreuung der Kosovo-Flüchtlinge nicht büßen. Die Schmerzgrenze ist endgültig überschritten, Traiskirchen darf und kann nicht die ausschließliche Anlaufstelle für Flüchtlinge und Illegale in Österreich sein", kommentiert Traiskirchens Bürgermeister, Landesrat Fritz Knotzer, den jüngst zwischen Strasser und Haider aufgeflammten Streit über die Betreuung von rund 50 in Kärnten untergebrachten Kosovo-Flüchtlingen.****

"Nicht nur das hier auf dem Leid und Elend von Menschen billige Politstreitereien ausgetragen werden, es ist auch eine Tatsache, dass das Lager Traiskirchen mit derzeit rund 1.000 Flüchtlingen völlig überbesetzt ist und damit selbst - was seitens des Innenministeriums völlig ignoriert wird, Illegale und Flüchtlinge schafft. Aufgrund der mangelhaften Unterbringung, des bis zu einem halben Jahr dauernden Asylverfahrens und völlig unzulänglicher Aufnahmevorschriften verlassen jährlich Hunderte Illegale und Flüchtlinge das Lager Traiskirchen ohne Asylverfahren. Sie verschwinden aus dem Lager, ohne das Personalien aufgenommen wurden, ohne dass sie medizinisch behandelt wurden, ohne dass sie damit jemals die Chance haben, legal in Österreich oder sonst wo in der Europäischen Union zu leben und zu arbeiten", so Knotzer weiter.

"Unsere Grenzsicherheitskräfte greifen die Flüchtlinge an der Grenze auf, in Traiskirchen verschwinden sie wieder. So kann es einfach nicht weitergehen. Wenn sich Innenminister Ernst Strasser nicht endlich dieser Problematik annimmt, genügend Personal für die Aufnahme und die Abwicklung der Asylverfahren bereitstellt und letztlich für eine gewisse Überwachung sorgt, droht der totale Kollaps der Flüchtlingsbetreuung in Traiskirchen. Dagegen werden wir uns mit allen zu Gebote stehenden Mitteln wehren", so Bgm. LR Knotzer abschließend.
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