OTS0113 5 II 0267 FMB002 CI Di, 05.Sep 2000
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Van der Bellen fordert Ausstiegsangebot an Tschechien zur Tememlin-Verhinderung Glawischnig: Regierungsantrag ist Freibrief für Temelin-Inbetriebnahme

Wien (OTS) Scharfe Kritik an der Anti-Atom-Position der Regierungsfraktionen übt Eva Glawischnig, die Umweltsprecherin der Grünen, im Vorfeld der heutigen Temelin-Debatte im Nationalrat. "Der von ÖVP und FPÖ vorgelegte Antrag für einen 'Schulterschluß gegen Temelin' bleibt in Kernpunkten sogar hinter den Versprechungen vom Atom-Gipfel letzte Woche zurück", kritisiert Glawischnig. Die Grünen werden dem Temelin-Antrag der Regierungsparteien in der vorliegenden Form daher nicht zustimmen.

Laut VP-FP-Antrag reicht für die Verhandlungen im Energiekapitel aus Regierungssicht der Nachweis, daß der Temelin-Sicherheitsstandard über jenem der drei gefährlichsten Reaktoren Europas liegt. Temelin könnte also aus Sicht von ÖVP und FPÖ in Betrieb gehen, obwohl es nicht dem aktuellen Stand der Technik entspricht. "Der Antrag der Regierungsparteien ist ein Freibrief für die Inbetriebnahme von Temelin", so Glawischnig.

Utl.: Van der Bellen: Antrag für Temelin-Ausstiegsangebot an Tschechien

Die Grünen werden in der heutigen Sondersitzung des Nationalrates ein Ausstiegsangebot an Tschechien beantragen. Österreich soll Tschechien den Bau eines Gas-Dampf-Kraftwerkes am Temelingelände bezahlen, fordern Klubobmann Alexander Van der Bellen und Umweltsprecherin Glawischnig. Österreich sollte dafür fünf Milliarden mittels einer einmaligen Budgetierung für 2001 bereitstellen. Mit dieser Lösung soll wieder Bewegung in die verhärteten Fronten zwischen Tschechien und Österreich kommen.

"Für diese 'Lebensversicherung für Österreich' wären die Grünen auch bereit, einem einmaligen Solidarbeitrag der österreichischen Bürgerinnen und Bürger zuzustimmen", so Van der Bellen. "Wenn Österreich für gebrauchte Panzer 13 Milliarden ausgeben kann, dann muß der Regierung die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung doch wenigsten fünf Milliarden wert sein", ergänzt Glawischnig.

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