OTS0049 5 II 0593 NEF001 Mo, 04.Sep 2000
Bildung / Schulen / Politik ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

Endlich Bewegung in der Diskussion um Pädagogische Institute! Mag. Paul Kral, Direktor des Pädagogischen Instituts der Stadt Wien

Wien (OTS) - Schule reformieren, das Lehren verbessern und das Lernen optimieren will, wird dem künftigen Berufsbild der Lehrer/innen die notwendige Beachtung widmen müssen.

- Dem Lehrberuf wird künftig in der Lern-, Wissens- und Informationsgesellschaft noch größere Bedeutung für die Zukunftsbewältigung beigemessen.

- Professionalisierung, neue Führungskulturen, Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, Teamarbeit, eigenverantwortliches Arbeiten, Schulentwicklung, Evaluierung, Didaktik und schulpädagogische Reflexion sind heute die bestimmenden Faktoren der Bildung für Lehrer/innen während ihrer Ausbildung bzw. begleitend während ihrer Weiterbildung als Lehrer/in.

- Neue Lehr- und Lernkonzepte, IT-gestützt, vernetztes Lernen, Online-Learning, virtuelle Hochschulen, e-business im Bereich Lehre und Forschung, Digital Library und Schüler/innen/ Student/innen/ Lehrer/innen at "Any time any place" lösen traditionelle Formen des Unterrichtens, der Vorlesung ab.

Jeder Automobilkonzern, jede Bankengruppe, jede Versicherungsgesellschaft, die IT-Branche, zahllose Klein- und Mittelbetriebe entscheiden sich strategisch dafür, ihre Mitarbeiter/innen durch arbeitsplatzbezogene Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu qualifizieren. Sie bauen dabei ihre Bildungsanalysen auf der Vorbildung (Fachschul-, Matura-, Fachhochschul-, Universitätsabschluss) auf.

Im Bildungsbereich, an Schulen ist Vergleichbarkeit gegeben. Lehrer/innen schließen mit einer Lehramtsprüfung an Pädagogischen Akademien oder Universitäten ab. An Pädagogischen Instituten erhalten sie die arbeitsplatzbezogene Fort- und Weiterbildung.

Nun ist die oberste 'Geschäftsführung' - das BM:BWK zunächst gefordert, klar zu sagen: "Zu unseren Kernaufgaben zählt auch die arbeitsplatzbezogene Fort- und Weiterbildung oder nicht!" Die Landesschulräte bzw. der Stadtschulrat für Wien folgen der Grundstrategie und die Pädagogischen Institute setzen im Sinne der formulierten Ziele und abgeleiteten Strategien ihre Schulungsmaßnahmen.

Das ist heute nicht Realität. Zweiundfünfzig Personen allein im BM:BWK befassen sich mit Lehrerfort- und Weiterbildung, die Landesschulräte und die Schulaufsicht sind dabei gar nicht berücksichtigt. Der Reformdialog ist daher dringend notwendig, wobei die Balance zwischen einer Ausbildungsphase und einer kontinuierlichen berufsbegleitenden Qualifizierung gefunden werden muss. Fachliche Kompetenz, Managementkompetenz und soziale Kompetenz kann nicht in der Ausbildung auf Vorrat gelernt werden. Die Marktsituation an unseren Schulen erfordert hohe Flexibilität, wobei die Halbwertszeit des Wissens je nach Spezialgebiet dramatisch abnimmt.

Der Reformdialog kann beginnen:

- Pädagogische Institute sind Unternehmen, die ihre Entscheidungen an bildungspolitischen und wirtschaftlichen Überlegungen ausrichten müssen, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren und langfristig Aufgaben-Kernprozesse, soziale Kernprozesse und individuelle Kernprozesse der Lehrer/innen steuern. So kann die Transformation der bildungspolitischen Zielsetzungen über die Befähigung der Lehrer/innen an Schüler/innen weitergegeben werden.

- Es ist eine Frage des Dienstrechtes und somit Aufgabe der Schulbehörde als 'Geschäftsführung', Fortbildung bei den Lehrer/innen einzufordern. Pädagogische Institute sind Kompetenzzentren und Anbieter und qualifizieren jene Lehrer/innen die ihren Fort- und Weiterbildungsbedarf individuell erkennen.

- Nichts spricht gegen die Eröffnung einer Diskussion um Teilrechtsfähigkeit, Vollrechtsfähigkeit, GesmbH, Kapitalgesellschaft, Holding oder einer anderen Gesellschaftsform. Es spricht viel dagegen, mangelnde Angebote den Pädagogischen Instituten als Versäumnisse nachzusagen. Allein das Pädagogische Institut der Stadt Wien hat knappe 7 % an Budgetmitteln für das Jahr 2000 verloren. Dass gleichzeitig durch neue Kooperationen (z.B. mit LISA) rund 2 000 Lehrer/innen Online-Schulungen in den Monaten Juli und August erworben haben, wird oftmals verschwiegen.

- Politiker aller Parteien, aber auch Gewerkschaftsvertreter sind herzlichst eingeladen, mit Pädagogischen Instituten an neuen Strukturen, an neuen wirtschaftlichen Modellen, aber auch an neuen Verantwortlichkeiten mitzuarbeiten.

PS: Pädagogische Institute haben ...

- ca. 120 000 Lehrer/innen von der Anstellung bis zur Pensionierung als Kunden;

- haben wenige Dienstposten;

- verbrauchen einen Bruchteil der Budgetmittel für Fort- und Weiterbildung im Vergleich zu Universitäten und Pädagogische Akademien;

- setzen mit Lehrer/innen rasch, effizient und kompetent bildungspolitische Innovationen um.

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