OTS0131 5 II 0249 AKO001 Fr, 21.Jul 2000
Soziales / Arbeiterkammer OÖ ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

AK-Präsident Wipplinger: Streichung der Familienbeihilfe für Studierende würde Studiendauer dramatisch verlängern

Linz (AKO) "Diese Vorschläge richten sich eindeutig gegen die Bezieher niedriger Einkommen. Es geht dabei nicht um Einsparungen, sondern man will den Leuten etwas wegnehmen", kommentiert AK-Präsident Hubert Wipplinger die Vorschläge einer von der Regierung eingesetzten Expertengruppe, dass Studierende künftig keine Familienbeihilfe mehr erhalten sollten.

Mit dieser Maßnahme könne man - so die Experten - bis zu sechs Milliarden Schilling jährlich einsparen. Betroffen wären davon rund 80.000 Studenten. Derzeit erhalten Eltern der Studenten zwischen 2000 und 2350 Schilling plus einen steuerlichen Absetzbetrag von 700 Schilling.

"Es ist absurd, dass sechs Milliarden Schilling aus dem Bildungsbudget auf diese Weise herausgenommen werden, obwohl jeder weiß, wie wichtig Bildung ist. Man trifft damit die falschen Leute", so Wipplinger.

AK-Experten warnen davor, dass es sich dabei wieder - wie schon bei anderen Maßnahmen der Regierung - um eine Umverteilung zugunsten der Besserverdienenden handle. Nach der Rechtssprechung des Verfassungsgerichtshofes hätte ein Fall der Familienbeihilfe zur Folge, dass in Zukunft Unterhaltszahlungen steuerlich absetzbar sein werden. Davon würden ebenfalls vor allem Besserverdienende profitieren.

Es ist auch daran zu zweifeln, dass die im Gegenzug angekündigten "großzügigen Stipendien" ein adäquater Ausgleich für die gestrichene Familienbeihilfe sein könnten. "Würde dieser neuerliche Anschlag auf unser Sozialsystem verwirklicht, müssten in Zukunft noch mehr Studenten arbeiten gehen, um sich das Studium leisten zu können", warnt Wipplinger. "Dadurch würde sich die Studiendauer dramatisch erhöhen und die Drop-out-Rate in erschreckendem Ausmaß steigen."

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