OTS0157 5 II 0263 NGB002 WI Mi, 21.Jun 2000
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ÖGJ-Warnung: Bittere Regierungspille für die Berufsausbildung

"Nebenwirkung": Der Wirtschaft werden billige Hilfskräfte produziert

Wien (ÖGB). "Diese Maßnahmen können die Bildung gefährden", sagte heute der Bundessekretär der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Stefan Maderner, zu den Regierungsplänen zur Berufsausbildung. Ein entsprechender Initiativantrag zum Berufs- und zum Jugendausbildungsgesetz wird heute im Wirtschaftsausschuss behandelt. "Dabei geht es schlicht und einfach darum, der Wirtschaft billige Hilfskräfte zu produzieren", so Maderner.++++

Die Ausdehnung der Vorlehre auf nicht nur lernbehinderte Jugendliche macht den Unternehmern den Zugriff leicht: "Ein teurer Lehrplatz kann so erspart werden, bei Bedarf wird einfach ein billiger Vorlehrling herangezogen werden - noch dazu mit dem Hinweis, 'es wird ja eh ausgebildet'", so Maderner.

Falscher als die Bundesregierung kann man es gar nicht machen

Der ÖGJ-Bundessekretär verwies auch darauf, dass die Zeit der Vorlehre nicht vollständig auf die Lehre angerechnet wird: "Falls die Jugendlichen überhaupt den Umstieg auf die Lehre schaffen. Denn in einer Vorlehre wird nicht individuell auf Lernschwächen eingegangen, wie dies bei den Stiftungen der Fall war, die die Bundesregierung jetzt auslaufen lässt. Ohnehin lernschwache Jugendliche haben also überhaupt keine Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Jede Chance für die Zukunft ist verbaut. Sie können höchstens als 'Sacklpicker' oder 'Regalschlichter' tätig sein", hielt Maderner fest und meint weiter:
"Falscher als die Bundesregierung kann man es in Sachen Berufsausbildung ja gar nicht machen."

Der Bundessekretär bekräftigte die ÖGJ-Forderung, Lehrgänge und Stiftungen unbefristet fortzusetzen, um lernschwächere Jugendliche nicht "durchfallen" zu lassen und ihnen Chancen für ihren weiteren Berufsweg zu geben. (mc)

ÖGB, 21. Juni 2000
Nr. 527

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