OTS0057 5 II 0300 FMB001 Mi, 21.Jun 2000
Grüne / Schule / Riess-Passer ***OTS-PRESSEAUSSENDUNG***

Brosz: Deftige Kritik Riess-Passers am eigenen Regierungsprogramm

Grüne sehen Handlungsbedarf bei der Direktorenbestellung

Wien (OTS) "Vizekanzlerin Riess-Passers Forderung nach einer ersatzlosen Streichung der proporzmäßigen besetzten Landesschulräte ist einerseits in höchstem Ausmaß unausgegoren, und steht andererseits jedenfalls in krassem Widerspruch zum Regierungsprogramm", kritisiert der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz, Äußerungen Riess-Passer in der Zeitschrift 'NEWS'. Im Regierungsprogramm stehe nämlich, daß die Landesschulräte die Kontrolle über die Direktorenbestellung ausüben sollten. Es ist also wohl erklärungsbedürftig, wie Riess-Passer die Direktorenbestellung von Landesschulräten kontrollieren lassen will, während sie diese aber gleichzeitig abschaffen will. Angesichts derart widersprüchliche Aussagen stellt sich die Frage nach Kompetenz der Vizekanzlerin, so Brosz. "Diese populistische Äußerung über einen solch massiven Eingriff in das österreichische Bildungssystem ist jedenfalls höchst unseriös", so Brosz.

"Eine Neuregelung der DirektorInnenbestellung ist dagegen dringend notwendig. Im Regierungsprogramm wurde allerdings die von SPÖ und ÖVP ausverhandelte Formulierung übernommen, dass den Landesschulräten die Kontrolle über objektive SchulleiterInnenbestellung übertragen werden soll. Diese völlig absurde Regelung bedeutet, dass, um mit der Vizekanzlerin zu sprechen, 'Parteigünstlinge' darüber wachen sollen, dass die Parteibuchwirtschaft bei der Bestellung keine Rolle spielt. Entweder hat die Vizekanzlerin das Regierungsprogramm nicht gelesen oder die fünfmonatige Erfahrung mit der unerträglichen Parteibuchwirtschaft des Koalitionspartners hat ihr die Augen geöffnet", so Brosz weiter.

"Die Parteibuchwirtschaft kann gerade bei der SchulleiterInnenbestellung nur durch eine echte Demokratisierung abgestellt werden. Davon ist erst zu sprechen, wenn den Schulpartnern(SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern) nach einem vorhergehenden objektivierten Auswahlverfahren die Letztentscheidung übertragen wird. Dagegen leistet Bildungsministerin Gehrer aber erbitterten Widerstand", stellt Brosz fest.

"Das grüne Modell zur DirektorInnenbestellung kann der Vizekanzlerin gerne zur Verfügung gestellt werden. Die Erfahrungen vieler kompetenter und engagierter LehrerInnen, die bislang unter den Schikanen der proporzmäßig besetzten Landesschulräte gelitten haben, haben dabei als Grundlage gedient", so Brosz abschließend.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 40110-6697
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at

Pressebüro der Grünen im Parlament

OTS0057 2000-06-21/09:15